Die Geothermie ist unter Druck

Nach dem Beben in St.Gallen mehren sich die Zweifel

Die Schweizer Vereinigung der Geothermie macht sich Sorgen um die Entwicklung dieser Energiegewinnung. Präsidentin Kathy Riklin sagte gegenüber der Nachrichtenagentur sda das Erdbeben von gestern in der Geothermie-Anlage in St.Gallen sei ein herber Rückschlag. Um den Rückhalt in der Bevölkerung für diese Art Wärmegewinnung nicht zu verlieren müsse offen über die Risiken informiert werden. Diese Risiken seien nach wie vor abschätzbar, schwache Beben und Gasaustritte beim Bohren seien immer möglich. Es gelte, diese Risiken gegen die Risiken anderer Energieproduktionen abzuwägen.

Das Bundesamt für Energie hält aber nach diesem Ereignis an der Geothermie fest, heisst es in einem Artikel des Tagesanzeigers. Man müsse bei geologischen Bohrungen immer mit kleineren Beben rechnen, sagte die Sprecherin des Bundesamtes. Geothermie habe aber in der Schweiz weiterhin ein grosses Potenzial, heisst es weiter. Die Energiestrategie 2050 des Bundes sieht vor, dass dereinst 5 bis 10 Prozent des Strombedarfs mit Geothermie abgedeckt werden.

Auch der Kanton Luzern hält weiter an Geothermie fest, wie Regierungsrat Robert Küng gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung bekräftigt. Im Kanton Luzern gibt es Bestrebungen, ein Geothermie-Pilotprojekt zu lancieren.

Die Schweiz soll in Zukunft Geothermie-Projekte überwachen und koordinieren. Der Bund müsse deshalb seine diesbezügliche Strategie ändern, fordert ETH-Professor Domenico Giardini in Zeitungsinterviews. Es sei falsch, aufgrund Erdbeben wie in St. Gallen oder zuvor Basel, auf die Förderung von Geothermie zu verzichten. Es sei aber angebracht, solche Projekte in Zukunft nicht mehr auf lokaler Ebene und verhältnismässig klein zu planen, sondern in einem grösseren, nationalen Rahmen. So könnte man viel schneller neue Erkenntnisse gewinnen, so Giardini weiter.

Bei der sogenannten Geothermie wird aus Erdwärme Energie gewonnen.

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