Reaktionen auf den Rücktritt von Bernard Kobler als CEO der LUKB

Rücktritt wegen Kontroverse um eine aussereheliche Beziehung

<p>Bernard Kobler, der abtretende CEO der Luzerner Kantonalbank.</p>

Der CEO der Luzerner Kantonalbank, Bernard Kobler, tritt per sofort von seiner Funktion zurück. Seine aussereheliche Beziehung habe das Potenzial, seine Tätigkeit als Chef der LUKB zu beeinträchtigen, heisst es in einer Mitteilung der Bank. Ein Nachfolger für Bernard Kobler werde schnellstmöglich gesucht. Sein Stellvertreter Daniel Salzmann werde die Luzerner Kantonalbank interimistisch führen.

Noch Ende Dezember teilte die Luzerner Kantonalbank mit, dass der Verwaltungsrat an ihrem CEO festhält. Man werde aber den Vorfall weiter verfolgen und untersuchen. Zudem sei nach ersten Einschätzungen der Vorfall eine rein private Angelegenheit Koblers. In der Mitteilung von heute Morgen begründet der 56-jährige Kobler seinen Rücktritt mit der Kontroverse um eine aussereheliche Beziehung:

"Ich habe in den letzten Tagen und Wochen festgestellt, dass mein privater Fehler und die öffentliche Resonanz auf die inzwischen zurückgezogene Strafklage das Potenzial haben, meine Tätigkeit als Chef der LUKB zu beeinträchtigen und damit zur Belastung für die erfolgreiche Zukunft der Bank zu werden. Mit dem Verwaltungsrat bin ich deshalb übereingekommen, im Interesse der Luzerner Kantonalbank per sofort von meiner Funktion als CEO zurückzutreten. Ich bedaure diese Entwicklung."

Es sei ein grosser Wunsch, dass bei der LUKB so schnell wie möglich wieder Ruhe einkehrt, damit sie unbelastet die Herausforderungen der Zukunft angehen könne.

Verwaltungsrat bedauert den Schritt
Diese Entwicklung sei bedauerlich, sagte LUKB-Verwaltungsratspräsident Mark Bachmann zum Rücktritt des CEOs. Man werte den Rücktritt als Zeichen menschlicher Grösse und als Beweis, dass Bernard Kobler auch in der aktuellen Situation das Wohl der Bank über seine persönlichen Interessen stelle.

"Bernard Kobler hat in den letzten zehn Jahren als CEO eine ausgezeichnete Leistung erbracht und unsere Bank entscheidend weiterentwickelt. Wir danken ihm für sein jahrelanges, sehr erfolgreiches Engagement für die Luzerner Kantonalbank und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute."

Bernard Kobler wird der LUKB noch bis 31. Januar 2015 zur Verfügung stehen, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen, heisst es in der Mitteilung weiter. Ab dem 1. Februar 2014 bis zu seinem Austritt werde er ein Fixsalär in der bisherigen Höhe erhalten, jedoch keinen Bonus. Die Bank leiste ebenfalls keine Abgangsentschädigung. Ein Nachfolger für Bernard Kobler werde schnellstmöglich gesucht. Daniel Salzmann werde als Stellvertreter von Bernard Kobler, die CEO-Funktion interimistisch ausüben. Bernard Kobler war neun Jahre lang Chef der Luzerner Kantonalbank.

Uneheliches Kind mit einer Brasilianerin
Die aussereheliche Affäre von Bernard Kobler war Mitte Dezember öffentlich bekannt geworden. Verschiedene Medien berichteten, dass Kobler bereits im September wegen versuchter sexueller Nötigung angezeigt worden war. Die Luzerner Staatsanwaltschaft bestätigte, dass eine Strafuntersuchung läuft. Laut Koblers Anwalt stammten die Anschuldigungen von einer Frau aus dem privaten Umfeld von Kobler stammen. Die Neue Luzerner Zeitung schrieb damals, Kobler habe ein uneheliches Kind mit dieser Frau. Später schrieb der Sonntagsblick, es handle sich um eine brasilianische Prostituierte. In einer Mitteilung von Bernard Koblers Anwalt hiess es später, man lege Wert auf die Feststellung, dass zwischen beiden Personen eine Liebesbeziehung und nicht ein Prostitutionsverhältnis bestanden habe.

Audiofiles

  1. Bernard Kobler zu seinem Rücktritt als CEO der Luzerner Kantonalbank. Audio: Matthias Oetterli
  2. Bernard Kobler tritt als LUKB Chef zurück. Audio: Tommy Durrer
  3. Bernard Kobler tritt zurück - die Reaktionen. Audio: Selina Linder

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