Wetterschmöcken

Martin Holdener aus Haggen schmeckt das Wetter

Das Brauchtum des Wetterschmöckens wird im Muotathal von sechs verschiedenen Wetterpropheten ausgeübt. Jeder Prophet hat seine eigene Methode, mit welcher er zwei Mal jährlich das Wetter aus den Zeichen der Natur abliest: Tannenzapfen, Pflanzen, Ameisen, das Wild oder der Wind geben Auskunft, was in der kommenden Wettersaison zu erwarten ist.

Die Muotathaler Wetterschmöcker verleihen mit ihren Prognosen ihrer Faszination für die eigenwilligen Naturgewalten Ausdruck. Dabei helfen ihnen das von der Familie mitgegebene gut gehütete Wissen und die genaue Naturbeobachtung. Sie haben auch stets ein Auge auf ihre Konkurrenz, die meteorologische Vorhersage im Radio und Fernsehen. Die Wetterschmöcker-Originale erstellen ihre Prognose nicht minder seriös, dafür aber mit deutlich mehr Humor.

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Hintergrund

Das Wetter hat in allen Kulturen rund um den Globus seit jeher eine grosse Bedeutung. Wettergötter, Wetterheilige und Schutzpatrone wurden um Segen und gute Ernten gebeten. Die extremen Wetterverhältnisse der Bergregionen erklären das stark verwurzelte Brauchtum des Wetterdeutens – das sogenannte Wetterschmöcken. Insbesondere für Bauern und Hirten war die Fähigkeit, die Natur und das Wetter zu deuten wichtig, um nicht von einem schlagartigen Wetterumschwung überrascht zu werden.

Die Wetterprophezeihung hat in der Innerschweiz, besonders im Muotathal, eine lange Tradition. Der erste bekannte Wetterschmöcker war Jörlieni Schmidig aus Bisisthal und lebte im 18. Jahrhundert. 1947 wurde der „Katholische Verein der Meteorologen“ gegründet. Ab dessen Gründung wurden die Voraussagungen der Wetter-Kenner schriftlich festgehalten. Die Wetterschmöcker vereinbarten dabei auch, das Prognosen-Duell zwischen den Konkurrenten zwar mit Ehrgeiz, aber vor allem mit Humor auszutragen.

Sechs Muotathaler Wetterschmöcker stehen dem heutigen Meteorologischen Verein Innerschwyz vor, welcher fast 4000 Mitglieder zählt. Zwei Mal jährlich stellen sich die Wetterschmöcker der anspruchsvollen Aufgabe, ihre Prognosen über den kommenden Wetterverlauf einzureichen und an der Generalversammlung vor rund 700 Zuhörern vorzutragen.

Am Anlass wird auch kritisch analysiert, wessen letzte halbjährliche Prognose sich tatsächlich bewahrheitet hat. Dass jeder Wetterschmöcker mit seiner Vorhersagung den Titel des Wetterkönigs gewinnen will, versteht sich von selbst. Trotzdem treiben sie an der Veranstaltung keinen verbissenen Wettkampf, sondern sorgen mit Schabernack lieber für gute Stimmung.

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Martin Holdener
Martin Holdener sieht in Haggen, Schwyz, die ungewöhnlichsten Wetterspektakel über der Schwyzer Landschaft, die sich vor seinem Hof eindrücklich erhebt. Der Wetterprophet beobachtet genau, wie sich die Regenwolken dicht um die Bergspitzen schmiegen, der Föhnwind im Wald die Tannennadeln zum Himmel aufstehen lässt und wie sich die Tierwelt in der Natur bewegt. Die meisten Erkenntnisse für seine Voraussagung zieht er aus dem Verhalten von Mäusen und Maulwürfen.

Der Muotathaler Wetterschmöcker freut sich immer auf den Moment, wenn halbjährlich alle sechs Propheten an der Wetterschmöcker-GV zusammentreffen. Wenn Martin Holdener mit der Prophezeiung mal daneben liegt, sorgt diese Schmach bei ihm durchaus für einen roten Kopf. Der Wetterschmöcker nimmt es aber mit Humor, wie es in den Statuten des Meteorologischen Vereins Innerschwyz auch ausdrücklich gefordert wird. Die Natur hat ihre Geheimnisse und scheint für die meisten unergründlich. Martin Holdener macht das unstete Wetter fassbarer  – und tut dies stets mit einem Augenzwinkern.

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