Zentralschweiz soll erstes Hospiz bekommen

In der letzten Phase des Lebens geborgen Abschied nehmen

Neues Hospiz füllt Lücke im Angebot der Palliative Care in der Zentralschweiz Neues Hospiz füllt Lücke im Angebot der Palliative Care in der Zentralschweiz

In zwei Jahren soll das erste Hospiz in der Zentralschweiz mit neun bis zwölf Betten eröffnet werden. Es ist auf erwachsene Personen in der letzten Lebensphase ausgerichtet und schliesst eine Versorgungslücke im Palliative-Care-Angebot der Zentralschweizer Kantone. Palliative-Care ist die medizinische, spirituelle und soziale Betreuung von schwerkranken Personen. Initiiert wurde das Projekt vom Verein Entwicklung Hospiz Zentralschweiz, welcher vergangenen Februar gegründet wurde.

Hospiz soll die Lücke im Angebot für Schwerkranke schliessen

„Die Gesellschaftsstrukturen haben sich verändert; es gibt mehr Singels und nicht jede schwerkranke Person hat ein soziales Umfeld, welches sie betreuen kann“, sagt Hans Peter Stutz, Projektleiter Entwicklung Hospiz Zentralschweiz und künftiger Geschäftsleiter Hospiz Zentralschweiz. Darum sei es wichtig, dass ein Angebot für diese steigende Nachfrage geschaffen würde.

Keine Sterbehilfe

Das neue Hospiz soll den unheilbar Kranken die letzte Phase des Lebens so bunt und wünschenswert gestalten wie nur möglich. Der passive Suizid, also die Sterbehilfe, werde im Hospiz aber nicht angeboten, sagt Dr. med. Roland Kunz, designierter Stiftungsrat von Hospiz Zentralschweiz und Co-Präsident der nationalen Organisation palliative.ch: „Die Philosophie zwischen Sterbehilfe und Palliative-Care ist unterschiedlich. Letztere fokussiert nicht auf den Abschied und die Krankheit, wie es die Sterbehilfe und Organisationen wie EXIT machen, sondern Palliative-Care setzt das Leben in den Mittelpunkt“

Kosten

Die Kosten für den Aufbau des neuen Hospizes in der Zentralschweiz übernimmt die frisch gegründete Stiftung Hospiz Zentralschweiz. Diese ist nun auf der Suche nach Geldgebern. Die Institution soll aber religiös, konfessionell und politisch unabhängig bleiben, sagt Hans Peter Stutz, Projektleiter Entwicklung Hospiz Zentralschweiz. Mit den Kantonen sei man im Gespräch, ob sie sich möglicherweise mit dem Lotterie-Fonds am Projekt beteiligen könnten.

„Den Aufenthalt im Hospiz können sich alle Personen leisten, auch jene ohne dicke Geldbörse“, sagt Hans Peter Stutz weiter. Die Abrechnung erfolge mit dem gleichen System wie bei Pflege- oder Altersheimen.

Auf Standortsuche

Ein Standort für das neue Hospiz ist noch nicht gefunden. Die Stiftung sucht für das Palliative-Care-Zentrum eine Immobile zwischen den Städten Luzern und Zug. Bis in zwei Jahren soll aber das erste Hospiz der Zentralschweiz eröffnet werden, wenn nötig auch nur in einem Provisorium.

Hospiz sucht geeignete Immobilie zwischen Zug und Luzern

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