"In Zukunft wäre der Schmerz noch viel grösser."

Nationalbank-Präsident Jordan zum Euro-Entscheid

Thomas Jordan

Die Schweizerische Nationalbank hat an einer Medienkonferenz in Zürich die überraschende Aufhebung des Euro-Mindestkurses verteidigt. In den vergangenen rund dreieinhalb Jahren habe der Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken die Schweizer Wirtschaft vor schwerem Schaden bewahrt. Die Unternehmen hätten sich in dieser Zeit auf die Situation einstellen können. Aufgrund der unterschiedlichen geldpolitischen Ausrichtungen der Währungsräume sei nun ein Mindestkurs nicht länger gerechtfertigt, so die SNB.

"Der Mindestkurs ist nicht länger gerechtfertigt."

Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, erklärte, der Entscheid schmerze zwar, aber es nützte nichts, wenn man den Entscheid einfach in die Zukunft verschiebt, wo der Schmerz noch deutlich grösser sein würde.

In ersten Reaktionen zeigten sich Experten schockiert vom völlig unerwarteten Entscheid der Nationalbank. Betroffen sein dürfte vor allem die Exportwirtschaft. An der Börse kam es zu einem Kurssturz. Der Swiss Market Index lag zwischenzeitlich über 13 Prozent im Minus.

Der Bundesrat nimmt den Entscheid der SNB zur Kenntnis

Der Bundesrat hat in einer ersten Stellungnahme zurückhaltend auf den Entscheid der Nationalbank reagiert. Man habe Entscheid zur Kenntnis genommen, sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf . Die Schweizerische Nationalbank werde ihrer Aufgabe entsprechend weiterhin für monetäre Bedingungen sorgen, die eine Deflation oder Inflation verhinderten und einer stabilen Entwicklung der Wirtschaft förderlich seien, so Widmer-Schlumpf weiter.

 

Audiofiles

  1. Berg und Talfahrt des Euros. Audio: Rolf Blaser

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