Zugunglück in Rafz: Lokführer hat Rotlicht überfahren

Von den Verletzten ist niemand mehr in Lebensgefahr

Zugunfall in Rafz

Vor einer Woche verunglückten in Rafz im Norden von Zürich zwei Züge. Nun ist der Grund für die Kollision klar – einer der beiden Züge hat ein Rotlicht überfahren, teilt die SBB mit.

Schnellzug fuhr mit 110 Stundenkilometern heran

Die S-Bahn habe den Bahnhof in Rafz verlassen, trotzdem dass das Signal auf rot stand. Sie wurde zwar automatisch abgebremst. Trotzdem befand sie sich bereits in der Spur des anderen Zuges. Dieser Schnellzug fuhr mit 110 Stundenkilometern heran, kollidierte mit der S-Bahn und entgleiste.

Modernes Sicherheitssystem griff nicht ein

Eigentlich wäre im Bahnhof Rafz ein modernes Zugsicherungssystem eingebaut gewesen. Dies hätte die Abfahrt der S-Bahn verhindern sollen. Das Problem ist: Dieses moderne System funktioniert nur, wenn der Zug durch den Bahnhof durchfährt. Am vergangenen Freitag wendete die S-Bahn aber in Rafz, deshalb griff das Sicherungssystem nicht. Als kurzfristige Sofortmassnahme dürfen die Zuge, welche gewendet haben, bis zum ersten Signal nur noch mit 40 Stundenkilometern fahren.

Niemand mehr in Lebensgefahr

Beim Unglück am vergangenen Freitag wurden insgesamt 6 Menschen verletzt. Vier Passagiere wurden leicht verletzt. Der eine Lokführer des Schnellzuges kann das Spital voraussichtlich bald verlassen. Der andere Lokführer des Schnellzuges wurde schwer verletzt, befindet sich aber nicht mehr in Lebensgefahr. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Franken. 

Audiofiles

  1. Untersuchungen nach dem Zugunglück in Rafz (ZH). Audio: Franziska Boser

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