Mit Kameras gegen Fussballchaoten

Die Swiss Football League nimmt die Auswärtsfans ins Visier

Die Swiss Football League reagiert auf die Gewaltvorfälle bei Fussballspielen. Gewalttäter bei Fussballspielen sollen besser identifizieren und bestrafen werden können. Bei Risikospielen werden deshalb neu Kamerateams eingesetzt, die auch ausserhalb des Stadions filmen. Im Fokus sind dabei vor allem die Auswärtsfans.

Pilotprojekt zur Identifikation von Straftätern an Auswärtsspielen
Das Projekt "Focus One" war bereits im März lanciert worden, so die Swiss Football League. Eine private Firma dokumentiert im Auftrag der Swiss Football League in einem befristeten Pilotversuch Straftaten von Matchbesuchern bei ausgewählten Auswärtsspielen ihres Klubs und erstellt Video- und Fotoaufnahmen. Bis jetzt filmte man an sieben Spielen der Meisterschaft oder des Cups. Dabei konnten mehrere Vorfälle dokumentiert werden. Daraus resultierten 35 Berichte, die an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet wurden. Aufgrund dieser Dokumentationen ersucht die Liga die Polizei um die Identifikation von Personen, die Straftaten begangen haben. Die Liga kann in der Folge Stadionverbote verhängen. Die Polizei kann zudem Material, auf dem strafrechtlich relevante Handlungen ersichtlich sind, den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung stellen.

Behörden müssen Einsätze bewilligen
Die Swiss Football League hat gemäss eigenen Angaben die rechtlichen Rahmenbedingungen sorgfältig abgeklärt und hält das Vorgehen für legal und verhältnismässig. Die Einsätze würden sich auf Spiele mit hohem Gefahrenpotenzial beschränken. Die Einsätze wurden jeweils von den Behörden bewilligt, soweit der öffentliche Grund betroffen ist. Gefilmt und fotografiert werden nur randalierende Personen und der Zugriff auf die Bilder werde äusserst restriktiv gehandhabt.

Pilotversuch bis Ende Saison
Das Projekt soll Ende der laufenden Saison ausgewertet werden. Der Kostenpunkt für die Pilotphase liegt bei 100'000 Franken.

Audiofiles

  1. Beitrag: Kameras gegen Chaoten. Audio: Sämi Deubelbeiss

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