Obwaldner Bauern sind oft auf Zusatzeinkommen angewiesen

Arbeitsaufwand auf dem Betrieb ist enorm hoch

Audiofiles

  1. Obwaldner Bauern oft auf Zusatzeinkommen angewiesen. Audio: Lukas Keusch

Vier von fünf Obwaldner Bauern gehen einem Nebenerwerb nach. Dieser wirft im Durchschnitt gleich viel ab, wie der landwirtschaftliche Betrieb. Dies ergab eine Auswertung der Buchhaltungszahlen sowie einer Umfrage bei mehr als 500 Bauernbetrieben im Kanton Obwalden, die im Auftrag der Obwaldner Regierung durchgeführt wurde.

Landwirtschaft lohnt sich immer weniger

Das Problem sei aber, dass die Arbeit auf dem eigenen Betrieb finanziell immer weniger lohne, sagt Niklaus Bleiker Wirtschaftsdirektor des Kantons Obwaldens: „Obwaldner Bauern verdienen im Schnitt nur gerade 31'013 Franken. Rund 80 Prozent der Betriebe kommen damit nicht über die Runden und müssen einer ausserlandwirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen.“ Noch vor zehn Jahren haben Obwaldner Bauern durchschnittlich rund 40‘000 Franken aus den Betrieben erwirtschaftet, nun seien es nur noch 31‘000. Die Differenz müssten die Bauern aus einer ausserlandwirtschaftlichen Tätigkeit erbringen. Die Arbeitsbelastung auf dem Betreib bleibe aber gleich, erklärt der Präsident des kantonalen Bauernverbandes Obwalden Walter Furrer.

Neben dem durchschnittlichen landwirtschaftlichen Einkommen von 31'013 Franken generieren die Landwirte oder Bäuerinnen im Schnitt ein Zusatzeinkommen von 32'369 Franken. Dies ergibt für die Obwaldner Bauernfamilien ein durchschnittliches Haushaltseinkommen von total 63'382 Franken. Die Erwerbsquellen sind somit fast gleich gross. Der Arbeitsaufwand ist aber auf Seite des Landwirtschaftsbetriebes erheblich grösser. Von den durchschnittlich mehr als 70 Arbeitsstunden pro Woche, welche ein Bauer in Obwalden für den eigenen Betrieb und eine ausserlandwirtschaftlichen Tätigkeit investiert, sind mehr als 55 Stunden für den eigenen Betrieb und nur etwa 15 für den Nebenerwerb, welcher jedoch gleich viel abwirft wie der eigene Betrieb.

Ferien kaum möglich

Die Mehrheit der Befragten stellt fest, dass dadurch die Freizeit und die Zeit für das Familienleben klar zu kurz kommen. 70 Prozent der Befragten sagen sogar, dass es unmöglich sei, irgendwann eine Ferienwoche am Stück einzuschalten.

Massnahmen zur Verbesserung der Lage

Das Amt für Landwirtschaft und der Bauernverband des Kantons Obwalden prüfen nun mit welchen Massnahmen die Situation der Obwaldner Bauern verbessert werden könnte. Politisch wird es jedoch schwierig, sagt Niklaus Bleiker Wirtschaftsdirektor des Kantons Obwaldens: „Agrarpolitik ist Bundespolitik, jedoch können wir vielleicht kleine Korrekturen anbringen.“ Der Lösungsvorschlag vom Präsident des kantonalen Bauernverbandes Obwalden Walter Furrer lautet einerseits Kostensparen und Administration abbauen: „Es gibt zu viele Formulare, die man ausfüllen muss um Geld vom Bund zu bekommen. Da gebe es sicherlich noch Verbesserungspotential.“

Kommentieren

comments powered by Disqus