Fusion der Skigebiete ist wieder ein Thema

Bund will die Umsetzung der Obwaldner Regionalpolitik unterstützen

Skifahren im Skigebiet Engelberg-Titlis.

Über zehn Jahre liegt die Diskussion über einen Zusammenschluss der Skigebiete Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg zurück. Diese Idee wird jetzt wieder aktuell.  

Die Pläne für einen Zusammenschluss der Skigebiete Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg erhalten neuen Schub. Wie die Obwaldner Regierung gegenüber Radio Pilatus bestätigte, will der Bund das Umsetzungsprogramm zur neuen Regionalpolitik des Kantons Obwalden genehmigen. Damit kämen die Pläne für einen Zusammenschluss wieder auf den Tisch, sagte Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker.

Nicht nur im Winter

Die verstärkte Zusammenarbeit solle sich nicht auf den Wintertourismus beschränken, sondern auch das Sommergeschäft miteinbeziehen, so Regierungsrat Bleiker. Bei den beteiligten Bergbahnen freute man sich über die politischen Signale aus Bern und Sarnen. "Wir begrüssen eine verstärkte Zusammenarbeit natürlich sehr", sagte Norbert Patt von den Titlisbahnen auf Anfrage. Ein starker Auftritt werde auch im internationalen Wettbewerb immer wichtiger. Bevor man sich aber gemeinsam vermarkte, brauche es ein gemeinsames Produkt.

Eine weitergehende Zusammenarbeit begrüsst auch Daniel Dommann von den Sportbahnen Melchsee-Frutt. "Jetzt können wir die Studien und Vorarbeiten der letzten Jahre vertiefen." Insbesondere die Verbindung und Erschliessung der drei Skigebiete müsse umfassend abgeklärt werden. Handlungsbedarf sieht Dommann auch in einem gemeinsamen Verkehrskonzept.

Naturverbände üben Kritik

Keine Freude an den Plänen eines Zusammenschlusses haben die Naturschützer. Sie bemängeln am Projekt vor allem die Eingriffe in die Rückzugsgebiete für Wildtiere. Diese lägen hauptsächlich rund um die Engstlenalp zwischen dem Jochpass im Skigebiet Titlis und der Melchsee-Frutt. "Auch die Eingriffe in die Natur selbst sind nicht zu unterschätzen", warnte Hanspeter Rohrer von Pro Natura Unterwalden. 

Das Umsetzungsprogramm zur neuen Obwaldner Regionalpolitik kostet rund 1,4 Millionen Franken. Die Hälfte davon bezahlt der Bund.

Audiofiles

  1. Skigebiete Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg: Zusammenschluss wird wieder diskutiert. Audio: David von Moos

Kommentieren

comments powered by Disqus