FIFA: Gianni Infantino ist der neue Präsident!

Wieder ein Walliser an der Spitze des Weltfussballs

Gianni Infantino ist neuer FIFA-Präsident und damit Nachfolger von Sepp Blatter. Beim ersten Wahlgang erreichte noch kein Kandidat das absolute Mehr. Der zweite Wahlgang hat nun zu Gunsten von Infantino entschieden. Er erhielt 115 der 207 Stimmen und erreichte damit das absolute Mehr.Sein Konkurrent Scheich Salman Bahrain bekam nur noch 88 Stimmen. 

Bereits am Mittag hat der FIFA-Kongress verschiedene Reformen angenommen. Die Reformen sollen beim Weltfussballverband für mehr Transparenz sorgen. Das Paket sieht unter anderem eine Machtbeschränkung für den Präsidenten und die Exekutivmitglieder vor. So gibt es beispielsweise eine Beschränkung der Amtszeit auf maximal 12 Jahre und eine Offenlegung der Gehälter. Zuvor war am Kongress in Zürich bekannt geworden, dass die FIFA für das vergangene Jahr einen Verlust im dreistelligen Millionenbereich verbuchen muss.

Die wichtigsten Neuerungen bei der FIFA im Überblick:

Der Präsident:

Der Chef des Weltverbandes soll repräsentieren und nicht regieren. Verträge über TV- und Marketingdeals werden nicht mehr von ihm gemacht. Er ist Mitglied des Councils (Rat) und darf den Vorschlag für die Ernennung des Generalsekretärs machen. Seine Regentschaft ist begrenzt auf maximal dreimal vier Jahre. Das Gehalt wird veröffentlicht.

Der Council:

Aufsichtsrat statt Regierung. Das neue Gremium ersetzt das Exekutivkomitee. 37 statt 25 Mitglieder, inklusive Präsident mit hoher Repräsentation aus Afrika und Asien. Statt die operativen Entscheide zu treffen, werden sie im Council nur noch genehmigt. Wie der Präsident müssen die Mitglieder einen Integritätscheck durchlaufen. Auch hier sind dreimal vier Jahre die maximale Amtszeit. Laufende Mandate im Exekutivkomitee haben Bestandsschutz.

Der Generalsekretär:

Der neue starke Mann wird durch den Council gewählt und kontrolliert. Bei ihm laufen alle operativen Fäden zusammen. Er bestimmt das Alltagsgeschäft. Der Top-Manager ist aber auch unter Beobachtung der Abteilung für korrekte Unternehmensführung.

Die Kommissionen:

Nur noch 9 statt 26 ständige Kommissionen sollen die Administration schlanker machen. Nicht mehr jedes der 209 FIFA-Mitglieder bekommt einen Posten in Zürich. Die Versorgungs-Kultur für Funktionäre aus aller Welt soll beendet werden. Mindestens die Hälfte der Mitglieder kommen nicht aus der FIFA-Familie, sondern sind externe Experten.

Die Kontrollgremien:

Ethikkommission und juristische Gremien wie die Disziplinarkommission werden komplett unabhängig und extern besetzt.

Frauen:

Alle sechs Konföderationen müssen mindestens eine Frau in den Council entsenden. Gleichberechtigung der Geschlechter wird in die Statuten aufgenommen.

Menschenrechte:

Die Wahrung der Menschenrechte wird als Ziel in die Statuten aufgenommen.

Konföderationen:

Die sechs Kontinentalverbände müssen grundsätzliche demokratische Regularien in ihre Statuten aufnehmen und unabhängige juristische Institutionen installieren.

Audiofiles

  1. FIFA-Kongress: Reformen und noch kein neuer Präsident nach dem ersten Wahlgang . Audio: Rolf Blaser

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