Wer haftet eigentlich bei einem Lawinenunglück?

Das Risiko darf nicht unterschätzt werden

Lawinenniedergang (Symbolbild)

Wer abseits der Pisten Wintersport betreibt, bewegt sich in nicht gesichertem Gelände und ist somit alpinen Gefahren ausgesetzt. Nebst Absturz oder allfälliger Spaltensturzgefahr ist vor allem die Lawinengefahr im Winter zu beachten. Jährlich sterben in der Schweiz rund 25 Personen in Lawinen.

Freerider und Tourengänger sollten sich daher über die aktuelle Lawinengefahr informieren, im Gelände lawinenrelevante Beobachtungen machen, richtig ausgerüstet sein und sich den Verhältnissen entsprechend richtig verhalten. Im Zweifelsfall die Piste nicht verlassen oder sich einer professionell geführten Gruppe anschliessen.

Wer haftet bei einer Lawine?

Grundsätzlich ist es so, dass die Person haftet, welche die Lawine auch auslöst. Wenn diese neben der Piste ausgelöst wird. Geht eine Lawine auf einer Piste nieder, so haftet der Lift- und Pistenbetreiber

Kommt die Versicherung immer für den Schaden auf?

Nein! Und genau dies ist ein weiteres gefährliches Risiko bei einem Schneevergnügen neben der Piste, welches nicht unterschätzt werden darf. Die SUVA unterscheidet ob es sich beim Unfall um ein sogenanntes Wagnis handelt oder nicht. Wagnis definiert die SUVA wie folgt:

Gemäss Art. 39 UVG und Art. 50 UVV werden bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückgehen, die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren Fällen verweigert. Wagnisse sind Handlungen, mit denen sich der Versicherte einer besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehren zu treffen oder treffen zu können, die das Risiko auf ein vernünftiges Mass beschränken. Es wird unterschieden zwischen den absoluten und den relativen Wagnissen.

Ein absolutes Wagnis (häufig Sportarten mit hoher Geschwindigkeit und/oder Renncharakter) liegt in zwei Konstellationen vor:

  • wenn eine Handlung mit Gefahren verbunden ist, die unabhängig von den konkreten Verhältnissen nicht auf ein vernünftiges Mass herabgesetzt werden können oder
  • wenn es am schützenswerten Charakter einer mit besonders grossen Gefahren verbundenen Handlung mangelt resp. eine entsprechende Handlung unsinnig oder verwerflich erscheint.

Bei einem relativen Wagnis ist eine Handlung an sich schützenswert und die diesbezüglichen Gefahren können durch die handelnde Person auf ein vernünftiges Mass reduziert werden. Es ist zu prüfen, ob nach den persönlichen Fähigkeiten und der Art der Durchführung eine Gefahrenherabsetzung möglich gewesen wäre und diese unterlassen wurde.

Der tiefere Sinn der eingangs erwähnten Rechtsnormen liegt darin, dass eine Interessenabwägung vorgenommen werden soll zwischen dem Gesamtinteresse der Versicherten (der Prämienzahler) und dem schützenswerten Mass einer Betätigung (zB. Sportart). Die Prämienzahler sollen vor unzumutbaren Belastungen geschützt werden.

Wie kann ich dem Lawinenrisiko vorbeuen?

Es gibt mehrere Varianten, wie man sich auf ein Schneeabenteuer neben der Piste vorbereiten kann. Hilfreich und informativ ist dabei sicherlich die Homepage www.whiterisk.ch vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung gemeinsam mit der SUVA. Wer sogar einen Lawinen- und Schneekundekurs besuchen möchte, der ist beim ZSSV richtig. der Zentralschweizer Schneesport Verband genau richtig. Dort lernt man, wie man sich richtig ausrüstet und auch Gefahrensituationen erkennt und einschätzt.

Audiofiles

  1. wer eine Lawine auslöst, den kann dies teuer zu stehen kommen. Audio: Philipp Breit

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