Schweres Erdbeben in Italien: 278 Tote

Viele Menschen würden aber noch vermisst

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  1. Schweres Erdbeben in Italien - Übersicht Donnerstagmittag: Den Rettern läuft die Zeit davon. Audio: David von Moos
  2. Schweres Erdbeben in Italien - Übersicht Donnerstagmorgen. Audio: Tise Oetterli
  3. Schweres Erdbeben in Italien - Übersicht Mittwochmittag. Audio: Urs Niedermann
  4. Korri-Talk mit Radio Pilatus-Korrespondentin Claudia Wächter. Audio: Claudia Wächter

Helfer haben in Italien in der Nacht auf heute ihre Suche nach Überlebenden des verheerenden Erdbebens fortgesetzt. Die vorläufige Zahl der Opfer liegt nach Angaben des Zivilschutzes bei 278.

Die Einsatzkräfte suchten in der Dunkelheit mit Hilfe von Spürhunden und Taschenlampen weiter nach Lebenszeichen. Das Hauptbeben der Stärke 6,2 hatte sich in der Nacht zum Mittwoch in den Regionen Latium, Umbrien und den Marken ereignet. Seither gab es nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie etwa 250 Nachbeben. Teilweise seien sie so stark gewesen, dass erneut Gebäude gewankt hätten.

Viele Kinder unter Opfern

Sieben Jahre nach dem schweren Erdbeben in dem 30 Kilometer Luftlinie entfernten L'Aquila wurden in der Bergregion ganze Dörfer zerstört. Auch im rund 100 Kilometer Luftlinie entfernten Rom wackelte der Boden. Italien ist hoch erdbebengefährdet, weil unter dem Apennin die afrikanische und die eurasische Platte aufeinanderstossen.

Unter den Opfern waren viele Kinder, in manchen Familien gab es mehrere Tote. Aber es gab auch gute Nachrichten: So wurde am frühen Abend in Pescara del Tronto ein zehnjähriges Mädchen nach fast 16 Stunden aus den Trümmern ihres Hauses gerettet. Hunde hätten sie aufgespürt, hiess es. "Als wir sie lebend gefunden haben, war die Freude riesengross", sagte Feuerwehrsprecher Danilo Dionisi.

Historisches Hotel eingestürzt

Regierungschef Matteo Renzi hatte die Katastrophenregion am Abend besucht. 368 Verletzte seien seit dem Morgen aus der Gegend von Amatrice und Accumoli weggebracht worden, erklärte er. Italien stehe solidarisch zusammen, um die grossen Herausforderungen zu meistern. Am Donnerstag war ein Treffen des Ministerrats in Rom geplant, um das weitere Vorgehen zu beraten. In der Region soll der Notstand ausgerufen werden.

Wie viele Menschen noch verschüttet sind, war unklar. In Amatrice sei eines der Symbole der Stadt, das historische Hotel Roma, in sich zusammengestürzt. Zwei Menschen seien tot aus den Resten des Gebäudes geborgen worden - nach Angaben des Bürgermeisters befanden sich zum Zeitpunkt des Bebens aber 70 Menschen in dem Hotel.

Anspruchsvolle Rettungsarbeiten

Die Rettung der Erdbebenopfer gestaltet sich schwierig. Die Bausubstanz sei alt und die zerstörten Gebäude könnten jederzeit weiter einstürzen, sagte der Sprecher der Feuerwehr in Amatrice, Carlo Cardinali.

Der Ort sei abgelegen und nur über enge Strassen erreichbar. Eine Zufahrtsstrasse sei wegen einer eingestürzten Brücke blockiert. Das historische Zentrum der kleinen Stadt Amatrice ist vollkommen zerstört und absgesperrt.

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