Warum gewinnt der FCL nicht mehr?

Eine Analyse von Radio Pilatus Sportchef Sämi Deubelbeiss

FCL-Verteidiger Ricardo Costa war in den letzten Spielen ein Sicherheitsrisiko Auch FCL-Trainer Markus Babbel brachte die gewünschte Konstanz nicht

Nach der 2:3 Niederlage gegen GC ist der FC Luzern in der Super League Tabelle auf Rang 7 abgerutscht. Das Spiel im Letzigrund hat deutlich aufgezeigt, wo der FCL in der Nationalmannschaftspause den Hebel ansetzen muss. Eine Analyse von Radio Pilatus Sportchef Sämi Deubelbeiss.

Punkt 1: die Abwehr

Die Grasshoppers hatten aus dem Spiel heraus gegen Luzern kaum Chancen. Trotzdem kassierte der FCL drei Tore, alle nach Standardsituationen. Ingesamt kriegt der FCL mit über zwei Toren pro Spiel zu viele Gegentreffer. Von den Verteidigern zeigte bisher einzig Simon Grether, welcher im Sommer von Wohlen kam, konstante Leistungen. Erfahrene Spieler wie Lustenberger, Puljic, Affolter und Thiesson machten alle zu viele Fehler. Sarr war zuletzt jeweils gar nicht mehr im Aufgebot und der 35-jährige Neuzuzug Ricarco Costa war nach einem guten Saisonstart zuletzt oft der grösste Unsicherheitsfaktor. Gegen GC verschuldete er alle drei Gegentore. Trotz seiner Erfahrung als Champions-League-Sieger macht er zu viele einfache Fehler und Fouls. Mit solchen Leistungen ist Costa für den FCL keine Verstärkung.

Punkt 2: die Chancenverwertung

5 Spiele, 12 Punkte. Der Start in die Meisterschaft gelang dem FCL sehr gut. Die Auswärtsspiele gegen Lugano und Vaduz gewannen die Luzerner glücklich. Vor allem darum, weil der FCL extrem effizient waren und nicht viele Torchancen brauchte. Das ist nun anders. Alleine gegen GC schoss der FCL 21 Mal, jedoch kamen nur 6 Schüsse aufs Tor. Will der FCL zurück zum Erfolg, braucht er mehr Marco Schneuwlys. Der 31-jährige Topscorer hat in der laufenden Super League Saison bereits wieder siebenmal getroffen, dann kommt lange nichts mehr. Man darf gar nicht daran denken, wo der FCL ohne Marco Schneuwly wäre.

Punkt 3: die Einstellung

In rund einer Woche ist Markus Babbel zwei Jahre FCL-Trainer. Auch unter seiner Führung ist Luzern wie ein Lift - rauf, runter, rauf, runter. Die gewünschte Konstanz brachte auch Babbel nicht in den Verein. Die Handschrift von Babbel ist aber deutlich ersichtlich. Seine Taktik, das Offensivpressing mit viel Laufarbeit, bescherte den FCL-Fans schon einige packende Spiele mit vielen Toren und FCL-Siegen. Bei den Auswechslungen hatte der FCL-Trainer bisher häufig aber kein glückliches Händchen. Meistens wechselte Babbel zu spät und verpasste es so, der Mannschaft neue Impulse zu geben. Es sind jedoch vor allem die Spieler, welche endlich begreifen müssen, dass beispielsweise mit vier Siegen zum Saisonstart noch nichts gewonnen ist. Diese schnelle Selbstzufriedenheit ist beim FC Luzern schon seit Jahren ein Thema. Läuft es wie Anfang Saison einmal gut, träumt man bereits wieder von Europa, anstatt einfach eine Saison lang konstant Spiel für Spiel Leistung zu zeigen. Was bei einer solchen Einstellung passiert, zeigt die aktuelle Luzerner Talfahrt einmal mehr eindrücklich.  

Audiofiles

  1. Eine Analyse von Radio Pilatus Sportchef Sämi Deubelbeiss zur aktuellen FCL-Talfahrt. Audio: Sämi Deubelbeiss

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