Zuger Heimatschutz geht gegen Kanton vor

Strafanzeige gegen Unbekannt nach Übermalung von Wandbildern

Das alte Kantonsspital Zug

Der Streit um die Übermalung der Wandbilder in der früheren Kapelle des alten Zuger Kantonsspitals geht in die nächste Runde. Der Zuger Heimatschutz hat bei der Zuger Staatsanwaltschaft wegen Sachbeschädigung eine Anzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Laut einer Mitteilung des Zuger Heimatschutzes wurde die Anzeige schon Anfang Juni eingereicht. Grund sei die "Zerstörung der Wandmalereien von Fritz Pauli in der Kapelle des alten Kantonsspitals im Frühjahr", schreibt Meinrad Huser, Präsident des Zuger Heimatschutzes.

Nachdem aufgrund eines Vorstosses im Kantonsparlament Zug klar geworden sei, dass die Verantwortung bei der Zuger Kantonsverwaltung liege, habe man nun auch noch Aufsichtsanzeige beim Regierungsrat erhoben. Damit wolle man aufklären, wie es zu dieser "Kulturgutzerstörung" gekommen sei, so Huser gegenüber Radio Pilatus.

Besonders stossend findet Huser, dass die Wandbilder von Fritz Pauli übermalt wurden, obwohl sie hätten abgelöst und anderswo wieder präsentiert werden können. "Das Übermalen der Bilder ist für den Zuger Heimatschutz eine Frage des Umgangs der öffentlichen Hand mit Kunstwerken, die sie bestellt oder gekauft hat. Wer ist für deren Pflege und Sicherung dieser Kulturgüter zuständig? Fritz Pauli hatte die Bilder im Auftrag des Kantons gemalt. Jetzt wurden sie zerstört."

Die Kapelle des alten Zuger Kantonsspitals dient heute als Ruheraum. Im alten Kantonsspital sind derzeit rund 100 Asylbewerber untergebracht.

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