"So vertrauenswürdig wie eine Gratiszeitung"

Das Vertrauen der Bevölkerung in den Nationalrat ist gesunken

Der Nationalratssaal im Bundeshaus

Das Vertrauen der Bevölkerung in den Nationalrat ist gesunken. Dies zeigt das neuste Sorgenbarometer der Credit Suisse. Die wichtigsten Themen der Schweizer Bevölkerung bleiben die Arbeitslosigkeit, die Altersvorsorge und die Ausländerfragen.

Der Nationalrat ist aus den Top Ten der 20 vertrauenswürdigsten Institutionen gekippt. Vergangenes Jahr noch auf Rang 3, liegt er dieses Jahr auf Rang 13. Der Nationalrat wird etwa so vertrauenswürdig eingeschätzt wie Gratiszeitungen und Banken. Dies zeigt das neuste Sorgenbarometer der Grossbank Credit Suisse. Seit Jahren ungebrochen ist dagegen das Vertrauen der Bevölkerung ins Bundesgericht, das stets Gold holt. Silber teilen sich dieses Jahr der Ständerat, der letztes Jahr noch auf Platz sieben lag, und die Polizei.

Bilaterale Verträge äusserst beliebt

Gemäss dieser Studie wollen vier von fünf Schweizerinnen und Schweizer (81 Prozent) die bilateralen Verträge mit der EU fortsetzen. Die Unterstützung der "Bilateralen" hat seit dem vergangenen Jahr sprunghaft zugenommen: Damals befürworteten 60 Prozent eine Fortsetzung. Noch weniger Rückhalt als letztes Jahr erhält die Kündigung der Verträge: Nur 19 Prozent sprachen sich dafür aus, 5 Prozent weniger als vergangenes Jahr. Ein Beitritt zur EU ist dagegen noch weniger ein Thema als 2015: Die Zustimmung dafür schmolz von 23 auf 10 Prozent der Befragten.

Die drei grossen Hauptsorgen

Die Hauptsorgen der Schweizerinnen und Schweizer sind seit Jahren die gleichen. Das Top-Trio bilden die "drei A": Arbeitslosigkeit, Altersvorsorge und Ausländerfragen. Sie bleiben auch die meistgenannten Zukunftssorgen. 45 Prozent der Befragten machen sich am meisten Sorgen über Arbeitslosigkeit einschliesslich Jugendarbeitslosigkeit. Immerhin sind das elf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Weniger Sorgen bereiten auch Ausländerfragen samt Integration und Personenfreizügigkeit (36 Prozent, -7 Prozentpunkte) sowie die AHV/Altersvorsorge (28 Prozent, -10 Prozentpunkte).

Das Credit Suisse-Sorgenbarometer wird seit 40 Jahren jährlich erhoben. Im Auftrag der CS führte das Forschungsinstitut gfs.bern im Juli 2016 eine repräsentative Umfrage unter 1010 Stimmberechtigten in allen Landesteilen durch.

Audiofiles

  1. Sorgenbarometer in der Schweiz. Audio: Franziska Boser

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