Das bringt das Wirtschaftsjahr 2017

Trump, Brexit und Unternehmenssteuerreform III

Felix Howald, Direktor Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ

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  1. Interview: Erwartungen für das Wirtschaftsjahr 2017. Audio: Yanik Probst

Das Wirtschaftsjahr 2016 war gar nicht so schlecht. Am Himmel sind aber ein paar Wolken aufgezogen. Das kommende Jahr dürfte deshalb nicht einfach werden, sagt Felix Howald, der Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz ihz im Interview mit Radio Pilatus. Dennoch schaut er grundsätzlich positiv auf das neue Jahr.

Das Ausland wird im kommenden Jahr einen grossen Einfluss auf die Schweizer Wirtschaft haben. Davon ist ihz-Direktor Felix Howald überzeugt. Sei es Donald Trump der US-Präsident wird, der Brexit in Grossbritannien oder die Finanzkrisen in mehreren EU-Staaten. Da die Schweizer Wirtschaft stark vom Ausland und dem Export abhängig ist, sei das Ausland entscheidend für die Entwicklung bei uns.

Die grössten Sorgen bereiten Felix Howald die Abschottung gewisser Länder und der starke Franken. Die Abschottung aus bereits erwähnten Gründen wie dem Export, der starke Franken nicht zuletzt wegen den Arbeitsplätzen in der Schweiz. Bereits im Jahr 2016 zeigten sich die Auswirkungen des starken Frankens in der Schweiz. Immer mehr Unternehmen könnten sich gemäss dem ihz-Direktor deshalb auch im kommenden Jahr einen Wegzug oder zumindest eine Auslagerung aus der Schweiz vorstellen. Vor allem in der Industrie sei dies weiterhin ein Thema. Dadurch könnten in der Schweiz Arbeitsplätze verloren gehen.

Wichtige Abstimmungen
Bei den wirtschaftspolitischen Fragen geht es unteranderem mit der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative weiter und damit mit der Diskussion über die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU. Das wichtigste politische Thema ist für Felix Howald aber die Unternehmenssteuerreform III. Das Schweizer Stimmvolk wird nächstes Jahr über diese Reform entscheiden. Diese sei wichtig für den Wirtschaftsstandort Schweiz, sagt Felix Howald. Einerseits um die Schweiz als Standort attraktiv zu halten, andererseits um weiterhin ein international akzeptiertes Steuersystem zu haben. Ausserdem würde durch die Unternehmenssteuerreform III der Mittelstand gestärkt.

Zentralschweizer Highlights sollen Schub geben
Für die Zentralschweiz dürfte es ein schönes Wirtschaftsjahr 2017 geben. Beispielsweise werden das Bürgenstock-Resort eröffnet, in Andermatt gehen die Ausbauarbeiten weiter und im Herbst wird in Ebikon die Mall of Switzerland eröffnet. All diese Highlights sollten der Wirtschaft in der Region einen Schub geben und mitreissen, so Howald. Jedoch stehen auch einige Herausforderungen an: 2017 geht es erneut um Entscheidungen bei Infrastrukturprojekten in Luzern, wie der Spange-Nord und dem Bypass. Zudem sei abzuwarten, welche Auswirkungen die Staatsfinanzen von gewissen Zentralschweizer Kantonen auf die Wirtschaft in der Region haben.

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