Stadt Luzern: Quai soll velofrei bleiben

Velofahrer würden Sicherheit der Fussgänger gefährden

Am Nationalquai in Luzern. Der Carl-Spitteler-Quai in Luzern. Die Seebadi in der Stadt Luzern. Luzern gewinnt "Prix Velo"

Die Luzerner Stadtregierung will keine Velofahrer auf dem Quai zwischen Luzernerhof und Verkehrshaus. Die Flaniermeile entlang dem Seeufer gehöre den Fussgängern.

In einem Vorstoss aus dem Luzerner Stadtparlament vom 27. September 2016 haben die Fraktionen der Grünen und der SP von der Luzerner Stadtregierung verlangt, die Quaianlage zwischen Luzernerhof und Verkehrshaus für Velofahrer teilweise freizugeben. Dabei solle der Weg zwischen dem See und der ersten Baumreihe auf dem Nationalquai und dem Carl-Spitteler-Quai ausschliesslich den Fussgängern vorbehalten bleiben. 

Davon will die Luzerner Stadtregierung nichts wissen, wie sie in der Antwort auf den Vorstoss aus dem Stadtparlament, die am Montag veröffentlicht worden ist, schreibt. Die Stadtregierung lehnt die Öffnung der Uferpromenade in der Stadt Luzern für Velofahrer ab und hält am Fahrverbot fest. Die beiden Parteien hatten ihre Forderung damit begründet, dass die parallel verlaufende Haldenstrasse für Familien, Touristen, Senioren und andere Velofahrer unattraktiv, verkehrsreich und vor allem gefährlich sei.

Verkehrssicherheit gibt zu reden
Für die Stadtregierung geht der Vorstoss aber zu weit. Grundsätzlich sei es ihr zwar ein wichtiges Anliegen, die Verkehrssicherheit insgesamt sowie für den Veloverkehr zu verbessern. Für Velofahrer hätte sich die Situation auf der Haldenstrasse aber verbessert, schreibt die Luzerner Stadtregierung in ihrer Stellungnahme zum Vorstoss. So etwa seien auf der Haldenstrasse durchgehende Velostreifen markiert und unübersichtliche Schrägparkplätze entlang der Velostreifen aufgehoben worden. Dennoch räumt die Stadtregierung ein, dass die Haldenstrasse für Velofahrer ein gefährliches Pflaster bleibt.

Trotzdem sei eine teilweise Öffnung der Quaianlage für Velofahrer keine Lösung. Man sei der Ansicht, dass die Sicherheitsgewinne für Velofahrer nicht markant genug seien, um die möglichen Nachteile für Fussgängerinnen und Fussgänger in Kauf zu nehmen. Ausserdem handle es sich bei den Quaianlagen zwischen Luzernerhof und Verkehrshaus um eine Flaniermeile, die von internationaler touristischer Bedeutung seien. Weiter würden vor der hohen Aufenthalts- und Erholungsqualität der Quaianlagen auch die Einheimischen profitieren.

Diskussion geht weiter
Damit kommt die Stadtregierung dem Anliegen des Fachverbands Fussverkehrs Schweiz nach, der in einer Petition die Beibehaltung des Fahrverbots auf den Quaianlagen forderte. 2'352 Personen hatten die Petition unterschrieben. Der Fachverband ist der Meinung, dass für den Veloverkehr auf der parallel verlaufenden Haldenstrasse eine sichere Lösung gefunden werden müsse. Der Stadtrat ist bereit, die Sicherheit für den Veloverkehr dort zu überprüfen. 

Dennoch ist der Vorstoss von den Grünen und der SP noch nicht vom Tisch. Ob die Velofahrer künftig auf der Haldenstrasse bleiben müssen oder sie auf die Quaianlage ausweichen dürfen sollen, diskutiert das Luzerner Stadtparlament voraussichtlich am 6. April 2017.

 

Audiofiles

  1. Die Luzerner Stadtregierung will das Veloverbot auf dem Quai zwischen Luzernerhof und Verkehrshaus nicht lockern. Audio: David von Moos

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