Lozärn oder Luzärn - Den Luzerner Dialekt gibt es nicht

Ein Mischmasch macht die Luzerner sympathisch

Die Kapellbrücke in der Stadt Luzern.

Der Dialekt, den man selber spricht findet man meisten am schönsten. Aber hat wirklich jeder Kanton seinen eigenen Dialekt? Und welches ist denn nun der richtige Luzerner Dialekt? Radio Pilatus klärt auf.

Um es gleich zu Beginn zu sagen: So etwas wie einen Luzerner Dialekt gibt es nicht. Das sagt Helen Christen, Sprachforscherin an der Universität Fribourg. Denn die Luzernerinnen und Luzerner haben ein Mischmasch aus anderen Dialekten. Denn etwas, was alle Luzerner gleich sagen, gibt es praktisch nicht.

Vielmehr sei der Luzerner Dialekt geprägt von den Wörtern und Betonungen der umliegenden Kantone. Es beginnt bereits beim Namen: "Lozärn" sagen die Einen, "Luzern" die Anderen. Teils habe der Luzerner "Dialekt" Einflüsse aus dem bernischen, teils aus Zürich und vor allem auch aus der Ostschweiz. Deshalb mache auch nicht etwas Spezifisches die Sprache in Luzern aus, sondern viel mehr die Mischung aus den verschiedenen anderen Dialekten.

Luzerner sprechen einen "normalen" Dialekt

Durch die Mischung ist der Luzerner Dialekt auch nicht besonders polarisierend. Einflüsse aus Bern, Zürich oder der Ostschweiz lassen ihn normal tönen für Aussenstehende, sagt Helen Christen. Wegen den verschiedenen Einflüssen, sprechen auch die Luzerner selber immer ein wenig anders. Auf dem Land klingt der Dialekt beispielsweise etwas anders als in der Stadt.

Audiofiles

  1. Lozärn oder Luzärn - Den Luzerner Dialekt gibt es nicht. Audio: Caspar van de Ven

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