Vom Dialekt der Oma zum Slang von heute

Die Sprache hat sich in den letzten 100 Jahren kaum verändert

Eine Grossmutter mit ihren Enkelkindern.

Wenn wir mit einer Zeitmaschine in die Stadt Luzern vor 100 Jahren reisen, würden wir die Menschen dann überhaupt verstehen? Kein Problem, sagt die Sprachforscherin Helen Christen. Die Dialekte haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert.

Heute ist alles "cool" und "easy", früher war es noch "lässig" und "toll". Verschiedene Wörter in unserer Sprache haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Dennoch könnten wir uns fast problemlos mit den Menschen vor 100 Jahren verständigen. Die Dialekte haben sich nämlich kaum verändert, sagt Helen Christen, Sprachforscherin an der Uni Fribourg.

Der Grund dafür ist, dass die Kinder die Sprache von ihren Eltern lernen. Diese wiederum hatten ihren Dialekt von deren Eltern. Damit verändert sich die Sprache von Generation zu Generation kaum. Einzig bei einzelnen Wörtern habe es in den vergangenen 100 Jahren Veränderungen gegeben, so Helen Christen. Das habe vor allem damit zu tun, dass sich die Welt verändert hat. 

Hast du den Schener dabei?

Ein Paradebeispiel für ausgestorbene Wörter im Luzerner Dialekt ist der Begriff Schener. Ein Schener ist ein Korb mit zwei Henkeln, welchen früher jeder in Luzern hatte. Im ganzen Kanton wurde dieser Schener genannt. Heute braucht diese Körbe niemand mehr und damit kommt der Begriff auch im Wortschatz der jungen Generation nicht mehr vor. 

Solche Veränderungen seien dann auch normal, sagt Helen Christen. Heute passieren diese einfach schneller, eben genau wie sich die Welt auch verändert. An der Sprache selber ändert sich jedoch kaum etwas und das wird gemäss der Sprachforscherin auch künftig so bleiben. Denn die Sprache ist auch ein Teil unserer DNA, welche wir von unseren Eltern quasi schon in die Wiege gelegt bekommen.

Audiofiles

  1. Vom Dialekt der Oma zum Slang von heute. Audio: Caspar van de Ven

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