10. Mai 2017: Tag der Berufsbildung

Fünf Menschen – fünf spannende Wege zum Traumberuf

Elektroniker-Lehrling Pascal Grüter bei der Arbeit. Denise Hodel an ihrem Arbeitsplatz in Sursee. Serbest Keder an seinem Arbeitsplatz im Alters-und Pflegeheim Nägeligasse Stans. Adrian Imfeld an seinem Arbeitsplatz in Sarnen. Michaela aus Sursee im Studio von Radio Pilatus.

Eine 52-jährige Frau, die noch Eventmanagerin werden will. Ein junger Mann im Rollstuhl, der trotz Hindernissen eine kaufmännische Lehre gemacht hat. Radio Pilatus berichtet am Berufsbildungstag über verschiedene Menschen und ihren spannenden Weg in der Berufswelt.

Das Schweizer Bildungssystem ist einzigartig. Es bietet Jugendlichen, aber auch Erwachsenen verschiedenste Möglichkeiten, um beruflich weiterzukommen. Radio Pilatus porträtiert fünf Menschen mit besonders spannenden Geschichten auf ihrem Weg zum Traumberuf.

Aktionen in der ganzen Schweiz

Am Berufsbildungstag beteiligen sich 19 Schweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein. Er wird zum 9. Mal durchgeführt. Ziel des Berufsbildungstages ist es, verschiedene Aspekte der Berufsbildung zu beleuchten. In diesem Jahr geht es vor allem darum aufzuzeigen, dass es viele spannende Wege in der Berufswelt gibt.

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Elektroniker-Lehrling Pascal Grüter bei der Arbeit. Elektroniker-Lehrling Pascal Grüter bei der Arbeit. Elektroniker-Lehrling Pascal Grüter bei der Arbeit.

Pascal Grüter: Spannende Lehre als Elektroniker

Pascal Grüter aus Malters ist im 4. Lehrjahr als Elektroniker an der Berufsfachschule Wirtschaft, Informatik & Technik in Emmen. Er macht also seine Lehre im Gebäude seiner eigenen Berufsschule. 

Seine Arbeit sei spannend und vielfältig, erzählte er im Interview mit Radio Pilatus. Er arbeite viel am Computer im Büro, aber auch handwerklich im Labor. Besonders spannend findet er seine Abschlussarbeit für die Berufsmatura. Zusammen mit drei anderen Lehrlingen entwickelt er einen futuristischen Skistock. Dieser hat ein Display, auf dem Temperatur, Zeit und Hangneigung zu sehen sind. Allerdings braucht es noch viele Tüfteleien und Tests, bis der Skistock dann auch auf der Piste eingesetzt werden kann.

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  1. Tag der Berufsbildung: Pascal Grüter und seine Tüfteleien. Audio: Andy Hochstrasser
Adrian Imfeld an seinem Arbeitsplatz in Sarnen. Andrea Kaufmann und Adrian Imfeld vom Amt für Prämienverbilligung des Kantons Obwalden im Studio von Radio Pilatus.

Adrian Imfeld: Kaufmännische Lehre trotz Behinderung

Der 23-jährige Adrian Imfeld aus Sarnen hat auf seinem Weg zum Beruf viele Hindernisse überwinden müssen. Bereits die Suche nach einer Lehrstelle war nicht ganz einfach, da Adrian Imfeld seit seiner Geburt an Spina bifida (offener Rücken) leidet und daher im Rollstuhl sitzt. Schliesslich konnte er beim Kanton Obwalden eine zweijährige Lehre als Büroassistent (Berufliche Grundbildung Eidgenössisches Berufsattest EBA) machen - als erster überhaupt in der Obwaldner Kantonsverwaltung.

Auch die Berufsschule in Luzern war für ihn eine Herausforderung. Adrian Imfeld fuhr jeweils mit Zug und Bus von Sarnen bis zum Dreilindenschulhaus in Luzern. Dort gelangte er im Rollstuhl nur über die Tiefgarage ins Haus und benötigte Hilfe, um zum Beispiel schwere Türen zu öffnen. Er habe aber stets hilfsbereite Menschen um sich gehabt, sagte Adrian Imfeld gegenüber Radio Pilatus.

Inzwischen ist die Lehre schon längst abgeschlossen und Adrian Imfeld beim Amt für Prämienverbilligung fest angestellt. Zwar braucht er bei einigen Sachen Hilfe, zum Beispiel wenn er einen Ordner aus einem Regal holen muss. Aber seine Arbeit wird vom ganzen Team geschätzt.

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  1. Tag der Berufsbildung: Adrian Imfeld, der Pionier im Rollstuhl. Audio: Andy Hochstrasser
Serbest Keder an seinem Arbeitsplatz im Alters-und Pflegeheim Nägeligasse Stans.

Serbest Keder: Flüchtling aus Syrien arbeitet im Altersheim Stans

Serbest Keder hatte in seinem Heimatland Syrien eine pflegerische Ausbildung begonnen, musste dann aber vor dem Krieg flüchten. In seiner neuen Heimat Schweiz hat er dank seinem eisernen Willen schnell Deutsch gelernt und eine Lehrstelle im Altersheim Stans gefunden. Er macht eine zweijähriger Lehre als Assistent Gesundheit und Soziales (Berufliche Grundbildung Eidgenössisches Berufsattest EBA).

Die älteren Damen und Herren reagierten gut auf ihn, erzählte er im Interview mit Radio Pilatus mit einem Schmunzeln. Viele seien neugierig und wollten mehr über sein Heimatland wissen.

An seiner Arbeit schätzt Serbest Keder vor allem die familiäre Situation. Er sei es von Syrien her gewohnt, mit älteren Menschen zusammenzusein, und geniesse die Arbeit, sagte er. Allerdings gebe es auch kulturelle Unterschiede, die ihm am Anfang Mühe bereiteten. So habe er lernen müssen, mit älteren Menschen Blickkontakt zu pflegen. In Syrien mache man das nicht.

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  1. Tag der Berufsbildung: Serbest Keder, Flüchtling im Altersheim. Audio: Andy Hochstrasser
Denise Hodel an ihrem Arbeitsplatz in Sursee.

Denise Hodel: Nach EBA das EFZ und nun sogar die Berufsmatura

Denise Hodels Berufsbildungsweg ist aussergewöhnlich. Zuerst machte sie nach der Sek C eine zweijährige Attestlehre im Detailhandel (Berufliche Grundbildung Eidgenössisches Berufsattest EBA) und dann das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ. Nun schliesst sie sogar bald eine zweite Lehre (KV) mit Berufsmatura ab.

Sie habe damals keine andere Wahl gehabt, als eine Attestlehre zu machen. Sie sei aber immer motiviert gewesen, beruflich weiterzukommen. Mit einer zweijährigen Attestlehre in die Berufswelt einzusteigen sei nicht schlechter als mit einer drei-oder vierjährigen Lehre. Für manche sei dieser Umweg sogar nötig, um sich persönlich weiterzuentwickeln.

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  1. Tag der Berufsbildung: Denise Hodel und die Berufsmatura. Audio: Andy Hochstrasser
Michaela aus Sursee im Studio von Radio Pilatus.

Michaela aus Sursee: Eventmanagerin mit 52

Sie hat schon in diversen Berufen gearbeitet, mehrere Ausbildungen gemacht und hat dennoch Lust auf Neues: Michaela aus Sursee. Sie hat sich entschieden, mit 52 noch die Ausbildung zur Eventmanagerin in Angriff zu nehmen.

Seit einigen Monaten ist Michaela auf Stellensuche. Nun wagt sie etwas Neues. Sie startet im August in Luzern die Ausbildung zur Eventmanagerin. Diese passe perfekt zu ihr, sagt Michaela. Sie erfülle nämlich viele Voraussetzungen dafür, zum Beispiel habe sie ständig neue Ideen und sei ein Organisationstalent. Dass viele diese Ausbildung viel jünger in Angriff nehmen bereitet ihr keine Sorge. Es habe auch Vorteile, etwas älter damit zu beginnen. Sie sei sicher, dass sich ihre Erfahrung auszahle.

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  1. Tag der Berufsbildung: Michaela, Eventmanagerin mit 52ig. Audio: Andy Hochstrasser

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