Umnutzung des ewl-Areals schreitet voran

Rund ein Drittel der Fläche ist für Wohnungen reserviert

Blick von der Dachterrasse des ewl-Hauptsitzes auf den südlichen Teil des ewl-Areals Das ewl-Areal in der Stadt Luzern Das ewl-Areal in der Stadt Luzern.

Auf dem ewl-Areal an der Industriestrasse in Luzern sollen Feuerwehr, Zivilschutz, Rettungsdienst und Polizei näher zusammenrücken. Nebst den neuen Einsatzleitzentralen der Blaulichtorganisationen ist im 200-Millionen-Projekt auch Platz für Wohnungen vorgesehen. In diesem Mix sehen die Projektverantwortlichen Vorteile.

Auf dem Areal der Energie Wasser Luzern ewl an der Industriestrasse in der Stadt Luzern sollen künftig die Blaulichtorganisationen von Stadt und Kanton Luzern angesiedelt werden. Vorgesehen ist ein gemeinsamer Standort für Feuerwehr, Zivilschutz und Rettungsdienst mitsamt einer neuen kantonalen Einsatzleitzentrale auch für die Luzerner Polizei. Dazu kommt Raum für gemeinnütziges Wohnen. Die ewl und die Büros der Stadtverwaltung sollen ebenfalls auf dem Areal bleiben.

Die Luzerner Stadtregierung hat am Dienstag zusammen mit den Projektpartnern einen entsprechenden Planungsbericht vorgestellt. Dieser zeigt auf, wie das Areal der ewl entwickelt werden soll.

Viel ungenutzter Raum

Das Areal des städtischen Energie- und Wasserversorgers liegt an der Industriestrasse und ist über 21'000 Quadratmeter gross, was in etwa der Grösse von drei Fussballfeldern entspricht. Heute sind dort neben der ewl auch das Tiefbauamt, das Geoinformationszentrum und die Umweltschutzstelle der Stadt Luzern angesiedelt. Die heutige Nutzung liege weit unter dem, was die Bau- und Zonenordnung zulasse, so die Stadtregierung.

Das Grundstück gehört der 2001 verselbständigten ewl, die zu 100 Prozent der Stadt gehört. Zusammen mit der Eigentümerin hat die ewl 2013 begonnen, eine gemeinsame neue Nutzung des Areals zu erarbeiten.

Sicherheits- und Dienstleistungszentrum mit Wohnungen

Auf dem ewl-Areal sollen neben den heutigen Nutzern künftig auch die Feuerwehr, die Zivilschutzorganisation Pilatus der Gemeinden Luzern, Kriens und Horw, der Rettungsdienst des Luzerner Kantonsspitals sowie die Einsatzleitzentrale der Luzerner Polizei Platz finden.

Durch den gemeinsamen Standort der städtischen und der kantonalen Blaulichtorganisationen, Teilen der Stadtverwaltung und der ewl gebe es viele Vorteile. Das sei nicht zuletzt bei Not- oder gar Katastrophenfällen hilfreich. Aber auch im Normalbetrieb könne man von Gemeinsamkeiten profitieren.

Rund ein Drittel der Gesamtfläche ist für gemeinnützige Wohnungen vorgesehen. Geprüft werden laut der Stadtregierung auch alternative Wohnformen wie beispielsweise ein Pilotprojekt für generationendurchmischtes Wohnen. Das als schützenswert eingestufte "Rote Haus" soll für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden, etwa als Quartiertreff oder Quartierbeiz.

Dritter Investor gesucht

Um das rund 200 Millionen Franken teure Sicherheits- und Dienstleistungszentrum zu realisieren, wollen Stadt und ewl zusammen mit einem Dritten eine gemeinsame Aktiengesellschaft für Planung, Realisierung und Betrieb gründen.

Dieses Finanzierungsmodell werde den unterschiedlichen Interessen am besten gerecht. Als Partner kommt für Stadt und ewl unter anderen die allgemeine Baugenossenschaft Luzern abl in Frage. Diese habe bereits Interesse an einer Beteiligung gezeigt. Das Land wird dem Investor im Baurecht abgegeben.

Volksabstimmung voraussichtlich 2019

Die Luzerner Stadtregierung will das Projekt laut eigenen Angaben zügig vorantreiben. Ende Juni kommt der Planungsbericht ins Stadtparlament. Eine Volksabstimmung zu den städtischen Ausgaben ist für 2019 vorgesehen.

Das Bauprojekt soll Mitte 2020 vorliegen. Mit den Bauarbeiten wollen die Verantwortlichen dann im Sommer 2021 starten. Vier Jahre später soll die Überbauung fertig sein.

Audiofiles

  1. Umnutzung ewl-Areal: Verantwortliche stellen Pläne vor. Audio: David von Moos

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