Oberster Polizist fordert nationale Fahnungsdatenbank

Polizisten haben auf Daten aus anderen Kantonen nur erschwert Zugriff

Einbrecher (Symbolbild)

In der Schweiz braucht es eine nationale polizeiliche Datenbank. Dies fordert der oberste Polizist der Schweiz, Stefan Blättler, Präsident der kantonalen Polizeikommandanten, in der Neuen Zürcher Zeitung. Bisher können Fahndungsdaten gar nicht oder nur mühselig beschafft werden. Gerade in Zeiten terroristischer Bedrohung sei dies eine Sicherheitslücke.

Heute können Schweizer Polizisten nur auf die Datenbank ihres eigenen Kantons und auf das Fahndungssystem des Bundes zugreifen. Greifen Polizisten verdächtige Personen auf, die in ihrem eigenen Kanton nicht zur Fahndung ausgeschrieben sind, lassen sie diese laufen. Ob die Personen in einem anderen Kanton zur Fahndung ausgeschrieben sind, können die Polizisten nicht umgehend prüfen. Dazu braucht es eine zeitraubende Anfrage bei jeder einzelnen Kantonspolizei via Telefon oder Mail. Stefan Blättler verlangt daher die Schaffung einer national vernetzten polizeilichen Datenbank.

Für eine Datenbank-Vernetzung müssten in den Kantonen gesetzliche Grundlagen geschaffen werden, doch das nimmt Zeit in Anspruch: Heute seien die kantonalen Datenschutzgesetze ein Hindernis.

Kommentieren

comments powered by Disqus