Integration: Expats bekunden Mühe

Trotzdem fühlen sich ausländische Fachkräfte in der Schweiz am sichersten

Im Büro.

Schweizer sind unfreundlich, reserviert und distanziert. Das finden ausländische Fachkräfte in der Schweiz, wie eine neue Umfrage zeigt. Trotz Schwierigkeiten bei der Integration kommt die Schweiz bei den sogenannten Expats unter dem Strich aber gut weg.

In der am Mittwoch veröffentlichten Studie, in der ausländische Fachkräfte verschiedene Länder beurteilten, belegt die Schweiz dieses Jahr Platz 27 von insgesamt 65 Ländern. Damit liegt die Schweiz hinter Ländern wie Kolumbien, Rumänien, Kambodscha oder Ecuador.

Sicherer Hafen

Dennoch hat die Schweiz gegenüber dem Vorjahr vier Plätze gutgemacht. Grund für das bessere Abschneiden ist laut der Studie klar: Für Expats gilt die Schweiz als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten. 97 Prozent der Befragten fühlen sich hierzulande sicher. Damit landet die Schweiz beim Faktor Sicherheit auf dem ersten Platz, gefolgt von Norwegen und Singapur. Im letzten Jahr lag die Schweiz noch auf Platz 6.

Trotzdem: Bei den Expats kommt die Schweiz bedeutend schlechter weg als in den Jahren 2015 (Platz 14 von 67 Ländern) und 2014 (Platz 4 von 61).

Kontakte knüpfen ist schwierig

Der Umgang mit Schweizern sei schwierig, so der Tenor der befragten Expats. Wie schon im vergangenen Jahr fühlt sich eine Mehrheit Fachkräfte aus dem Ausland in der Schweiz nicht willkommen. In diesem Bereich belegt die Schweiz den 61. Platz von insgesamt 65. Schlechter schneiden nur noch China, Kuwait, Österreich und Dänemark ab.

Gemäss einem Drittel der Umfrageteilnehmer sind Schweizer gegenüber Ausländern unfreundlich, reserviert und nicht besonders dynamisch. Rund zwei Drittel der Expats finden, es sei schwierig, Freunde unter Schweizern zu finden.

Laut der Studie ist die Sprache das Problem. Sechs von zehn Expats würden zwar die Landessprachen beherrschen, hätten aber Mühe mit dem Schweizerdeutsch. Dieses sei schwer zu lernen. Ausserdem finden viele, dass man Dialekt sprechen müsse, um sich in der Schweiz zuhause fühlen zu können.

Netzwerk für ausländische Fachkräfte

Für die Studie «Expat-Insider» hat das Münchner Unternehmen Internations rund 13'000 im Ausland lebende und arbeitende Personen befragt. Internations betreibt ein weltweites Netzwerk für Expats - nach eigenen Angaben mit 2,8 Millionen Mitgliedern in 390 Städten.

Der klassische Expat ist eine Fachkraft, die von seinem Arbeitgeber für eine begrenzte Zeit ins Ausland geschickt wird.

Audiofiles

  1. Schweizer sind unfreundlich, reserviert und distanziert - finden Expats. Audio: David von Moos

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