Todesfälle sollen genauer untersucht werden

Der Kanton Bern gibt eine Studie in Auftrag

Ärzte sollen besser sensibilisiert werden auf die Untersuchung von Todesfällen.

Bei einem Todesfall wird immer untersucht ob es sich um einen natürlichen Todesfall handelt oder um ein Tötungsdelikt. Doch nicht immer liegen die Ärzte richtig. Und so kann es vorkommen, dass Tötungsdelikte nicht entdeckt werden. Eine wissenschaftliche Untersuchung im Kanton Bern soll nun diese Dunkelziffer untersuchen.

Es wäre naiv zu glauben, dass in der Schweiz nicht natürliche Todesfälle und insbesondere Tötungsdelikte sicher erkannt und auch als solche verfolgt würden, so die Forscher in einem Bericht, welcher bereits 2015 veröffentlicht wurde. In Deutschland beispielsweise geht man davon aus, dass nur jedes zweite Tötungsdelikt auch als ein solches erkannt und untersucht wird. Und in der Schweiz soll diese Dunkelziffer gar noch höher sein. Doch damit soll nun Schluss sein. Im Kanton Bern soll eine entsprechende Studie lanciert werden.

Stichprobenartige Untersuchungen

Das Projekt sieht vor, dass im Kanton Bern vor der Einäscherung von Leichnamen Rechtsmediziner stichprobenartig eine zweite Leichenschau vornehmen, eine sogenannte Krematoriumsleichenschau. Dabei beurteilt ein Arzt noch einmal ob am Leichnam Hinweise auf eine nicht natürliche Todesursache zu finden sind und vergleicht seine Erkenntnisse dann mit denjenigen des ersten Arztes. Diese Datenerhebung erfolgt anonym und dauert nur einige Minuten. Dadurch würde sich auch der Einäscherungsprozess nicht verzögern.

Untersuchungen ab 2018 vorgesehen

Diese Krematoriumsleichenschau ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. In der Schweiz wäre dies die erste Untersuchung in diesem Bereich. Die Studie wird von den Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren lanciert und bei der Universität Bern in Auftrag gegeben. Die Untersuchungen sollen ab 2018 in Angriff genommen werden.

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