Zentralschweiz fordert Projektierung des Durchgangsbahnhofs

Die Kantone stellen dem Bund Forderungen zum Bahnausbau 2030

Die sechs Zentralschweizer Kantone wollen, dass die Projektierung des Luzerner Durchgangsbahnhofs ins Rollen kommt. Sie fordern vom Bundesrat, diese "unverzüglich" auszulösen und auch zu finanzieren.

Der Bundesrat hatte Ende September die Vorlage zum Ausbau der schweizerischen Bahninfrastruktur 2030/35 präsentiert. Er schickte zwei Varianten, eine über 7 und eine über 11,5 Milliarden Franken, in die Vernehmlassung. Die Zentralschweizer Konferenz der Kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs (ZKöV) fordert, dass aus Rücksicht auf die Zentralschweizer Interessen die teurere Variante umgesetzt werde. Sie möchte die Bahninfrastruktur mit zwei Grossprojekten ausbauen, mit dem Zimmerberg-Basistunnel 2 zwischen Zug und Zürich und mit dem Durchgangsbahnhof in Luzern.

Engpass Zürich-Zug muss beseitigt werden

Für die Kantonsregierungen sei klar, dass mit besonderer Dringlichkeit der Kapazitätsengpass zwischen Zürich und Zug beseitigt werden müsse, erklärte die ZKöV am Montag. Sie nehme mit Genugtuung zur Kenntnis, dass der Zimmerberg-Basistunnel in der vom Bundesrat empfohlenen Variante über 11,5 Milliarden Franken enthalten sei und vollständig in diesem finanziert werden solle. Die Regierungen der Zentralschweizer Kantone wollen auch die Realisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern vorantreiben. Der Zimmerberg-Basistunnel und der Durchgangsbahnhof entfalteten gemeinsam ihre volle Wirkung. 

Offene Fragen zur Finanzierung

Im Vernehmlassungsentwurf zum Bahnausbau hatte der Bundesrat die Realisierung des Durchgangsbahnhofs als Projekt eingestuft, welches von Dritten - auf eigenes Risiko - finanziert werden könne. Das Parlament könnte die vom Kanton übernommenen Kosten durch den Bund erstatten. Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug begrüssen zwar das Instrument der Vorfinanzierung. Gemäss dem Luzerner Baudirektor Robert Küng hilft sie, die Bauzeit für den Durchgangsbahnhof um vier bis fünf Jahre zu verkürzen. Es gebe diesbezüglich aber noch offene Fragen. 

Um Sicherheit bezüglich der Projektierung zu haben, fordert die ZKöV, dass der Bundesrat diese "unverzüglich auslöst und auch finanziert", wie dies bereits im Bundesbeschluss über den Ausbauschritt 2025 festgehalten sei. Zudem soll im Ausbauschritt 2030/2035 auch die Strecke Olten-Sursee-Luzern-Zug berücksichtigt werden.

Kommentieren

comments powered by Disqus