Luzern: Nextbike erhält noch keine Konkurrenz

Stadtregierung will vorerst keine neuen Veloverleiher

Eine der vielen NextBike-Stationen in der Region, hier am Grendel

Wer in Luzern für eine Fahrt ein Velo ausleihen will, kann vorderhand nur auf die an bestimmten Standorten parkierten Zweiräder der Firma Nextbike zurückgreifen. Weitere Verleihveloanbieter wird es nicht geben, weil die Stadt weitere Angebote zumindest vorerst nicht bewilligen will.

Die Luzerner Stadtregierung hat am Dienstag zu zwei Vorstössen aus dem Stadtparlament Stellung genommen. Anlass dafür waren Anfragen neuer Anbieter von Verleihvelos, etwa der Firma oBike aus Singapur.

Wie die Stadtregierung schreibt, handelte es sich um drei Anfragen für jeweils 100 bis 500 Velos für den stationslosen Verleih. Bezug und Rückgabe wären bei diesen Anbietern unabhängig vom Ort möglich gewesen. Bei Nextbike dagegen gibt es für die Zweiräder feste Standorte.

Die Stadtregierung erachtet den stationslosen Veloverleih als gesteigerten Gemeingebrauch. Dieser sei bewilligungspflichtig, teilte sie mit. Angesichts des knappen Angebots an Veloabstellplätzen und der sehr hohen Nutzung des öffentlichen Raumes in der Innenstadt würden stationslose Veloverleihsysteme nicht bewilligt.

Kein zusätzlicher stationsgebundener Verleih

Neue Anbieter von Verleihvelos von festen Plätzen aus wird es aber vorläufig auch nicht geben. Derzeit würde auch ein Gesuch für einen zusätzlichen stationsgebundenen Veloverleih abgelehnt werden, teilte der Luzerner Umwelt- und Verkehrsdirektor Adrian Borgula auf Anfrage mit.

Vorderhand bleibt Nextbike somit der einzige Veloverleihanbieter in Luzern. Allerdings muss die Stadt auch bei dieser Dienstleistung auf faire Wettbewerbsverhältnisse achten. Sollte sich der Veloverleih etablieren, müsste die Stadt für Abwechslung unter den Anbieterunternehmungen sorgen, schreibt die Stadtregierung.

Als mögliche Vergabearten nennt die Stadtregierung das Rotationsprinzip, die Versteigerung an die meistbietende Unternehmung, die Verlosung oder die öffentliche Ausschreibung. Aus heutiger Sicht stehe die Ausschreibung im Vordergrund, teilte sie mit.

Eigenes Angebot für E-Bikes nicht ausgeschlossen

Ob im Fall einer zukünftigen Ausschreibung einer oder mehrere Bewerber zum Zug kämen, könne heute noch nicht gesagt werden, so Borgula weiter. Der Platz werde auch in Zukunft knapp sein. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass verschiedene Angebote als Lose ausgeschrieben werden könnten.

Die Stadtregierung schreibt, sie wolle bis Ende 2018 prüfen, welche Verleihsysteme in welcher Menge zugelassen werden könnten. Die Vor- und Nachteile seien wegen der engen Platzverhältnisse sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Es gebe noch kaum Erfahrungen zu den Auswirkungen des Angebots. So sei unklar, wie viele Personen dank der Verleihvelos aufs Auto verzichteten. Man sei überzeugt, dass der von Nextbike in Zusammenarbeit mit Caritas angebotene Veloverleih gut ist. Es gebe in der Stadt rund 200 Velos an 70 Stationen. Nextbike solle deswegen in der Stadt Luzern wie schon 2017 auch 2018 der Bevölkerung gratis zur Verfügung gestellt werden. (sda)

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