Zug: Liebespaar wegen Mordversuch verurteilt

Gefängnisstrafen von 13 und elf Jahren ausgesprochen

Das Zuger Strafgericht hat einen Mann und eine Frau wegen versuchten Mordes am Ehemann der Frau verurteilt. Der beschuldigte Mann soll für über 13 Jahre ins Gefängnis, die Frau für elf Jahre. Die beiden wollten den Ehemann umbringen, indem die Frau ihm während Monaten Medikamente in seine Getränke gemischt hatte. 

Für das Gericht ist der Fall klar: Die Frau wollte ihren Mann töten, weil sie befürchtete, dass er zu viel Geld ausgibt und für sie nichts mehr übrig bleibt. Zudem habe sie beabsichtigt, nach seinem Tod die Wohnung für eine halbe Million Franken zu verkaufen. Monatelang mischte sie ihrem Mann deshalb hohe Dosen eines Schmerzmittels in seine Drinks, welche sie vom Mitbeschuldigten erhielt. Per Zufall flog der Plan auf, nachdem die Polizei das Handy des Verurteilten wegen eines anderen Falls durchsucht hatte. Der betroffene Ehemann überlebte die Angriffe der Frau, verstarb am vergangenen Samstag jedoch. Ein Zusammenhang mit der Tat seiner Frau bestehe nach ersten Ermittlungen nicht.  

Lange Haftstrafen

Das Gericht verurteilte die Frau zu elf Jahren Freiheitsentzug. Die schwierige Situation mit dem alkoholkranken Mann wertete es strafmindernd. Den Mann sprachen die Richter neben versuchten Mordes auch wegen anderen Delikten schuldig. Zusätzlich zur Freiheitsstrafe von 13 Jahren und sieben Monaten erhielt er eine bedingte Geldstrafe von 600 Franken sowie eine Busse von 300 Franken. Da Fluchtgefahr besteht, wurde der Mann direkt in Polizeigewahrsam genommen. Die Frau sitzt bereits länger in Untersuchungshaft. Die Anwälte der beiden Beschuldigten haben bereits angekündigt, dass Urteil an das Zuger Obergericht weiter zu ziehen.

Audiofiles

  1. Urteil im Zuger Mordprozess. Audio: Damian Betschart / Fabian Kreienbühl

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