Ab heute gibts die elektronischen Fussfesseln

Statt ins Gefängnis kann man die Strafe zu Hause absitzen

Eine elektronische Fussfessel im Einsatz. Am Computer werden die elektronischen Fussfesseln überwacht.

Ab heute können in der ganzen Schweiz Straftäter unter bestimmten Voraussetzungen ihre Gefängnisstrafen zu Hause absitzen. Dies mit einer elektronischen Fussfessel. In der Zentralschweiz werden diese Fesseln vom Wohnheim Lindenfeld in Emmen überwacht.

Wer eine Gefängnisstrafe zwischen 20 Tagen und einem Jahr absitzen muss, der kann dies ab heute unter Umständen zu Hause machen. Besteht keine Fluchtgefahr und keine Gefahr für die Bevölkerung, sollen Straftäter nämlich nicht ins Gefängnis müssen, sondern eine elektronische Fussfessel erhalten. Dabei kann der Verurteilte beispielsweise weiterhin zur Arbeit und wird so nicht komplett aus seinen sozialen Strukturen gerissen.

Bei der elektronischen Fussfessel wird überwacht, wo eine Person ist. Konkret, ob die Person dann zu Hause ist, wenn sie zu Hause sein muss. Zwischendurch kann sich die Person aber quasi frei bewegen, erklärt Stefan Weiss, Leiter Dienststelle Justizvollzug des Kantons Luzern. Wer die Auflagen nicht einhält, der muss unter Umständen zurück ins Gefängnis.

Keine 24h-Überwachung

Die elektronische Fussfessel, auch Electronic Monitoring genannt, ist allerdings keine 24h-Überwachung. Zwar werden die Daten auch am Wochenende und am Abend aufgezeichnet. Von einer Person überwacht werden diese jedoch nur während den Bürozeiten. Geht beispielsweise am Wochenende ein Alarm ab, weil ein Straftäter nicht dann zu Hause war, wann er sollte, sieht man das erst am Montagmorgen.

Das sei jedoch kein Problem, so Stefan Weiss. Schliesslich handle es sich bei den Straftätern eben nicht um Personen, welche eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Die elektronische Fussfessel sei ausserdem kostengünstiger als ein Gefängnisaufenthalt. Überwacht werden die elektronischen Fussfesseln in der Zentralschweiz vom Wohnheim Lindenfeld in Emmen aus. Die Verantwortlichen rechnen mit rund 25 Fällen in der Zentralschweiz, bei welchen eine elektronische Fussfessel eingesetzt wird.

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