Luzerner wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht

Er soll 80 Buben in Thailand sexuell missbraucht haben

Der 72-jährige gebürtige Luzerner soll 80 Buben in Thailand sexuell missbraucht haben.

Seit Dienstag steht im Kanton Freiburg ein 72-jähriger Luzerner vor Gericht, der in Thailand während Jahren über 80 Buben sexuell ausgebeutet haben soll. Dabei soll der Schweizer die Armut der Opfer und ihrer Familien systematisch ausgenutzt haben.

Der gebürtige Luzerner war bereits in den 80er- und 90er-Jahren in den Kantonen Freiburg und Wallis wegen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt worden. Er flüchtete aus der Schweiz, wurde aber von der Walliser Polizei in Thailand ausfindig gemacht. Nachdem der Mann seine Strafe in der Schweiz abgesessen hatte, zog er 1996 erneut nach Thailand. Dort lockte er Knaben aus armen Familien in den Pool seines Anwesens. Er warf ihnen Münzen zu, damit sie für Fotos und Videos posierten. Weiter stiftete der Angeklagte die Buben zur Prostitution an. 

Einige Opfer wurden bis ins Erwachsenenalter ausgebeutet

Die meisten Übergriffe passierten im Zeitraum von 2002 bis 2013. Einige Opfer waren nicht älter als 10 Jahre und wurden bis ins Erwachsenenalter ausgebeutet. Die meisten der über viele Jahre missbrauchten Knaben hatten einen europäischen Kunden als "Götti", der sie finanziell unterstützte. Der Angeklagte erkaufte sich mit Spenden für gute Zwecke ein positives Image.

Freispruch in Thailand

Sein Verteidiger machte am ersten Prozesstag geltend, der Angeklagte sei bereits in Thailand für gleichlautende Vorwürfe vor Gericht gestanden und im Mai 2014 freigesprochen worden. Die Staatsanwältin hielt entgegen, das Urteil aus Thailand beziehe sich nur auf ein einziges Delikt vom Sommer 2005. Zudem hätten die thailändischen Ermittler keinen Zugang zu den 2500 verschlüsselten Fotos auf den Geräten des Angeklagten gehabt. Diese Bilder wurden erst später durch Spezialisten entschlüsselt. Die Ermittler in Thailand hatten nur Zugriff auf rund ein Dutzend Bilder.

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