71,6 Prozent gegen No-Billag-Initiative

Die Initiative scheiterte am Volks- und am Ständemehr

Jetzt ist es doppelt amtlich: Die Radio- und Fernsehgebühren werden nicht abgeschafft. Die No-Billag-Initiative wurde vom Stimmvolk mit fast 72%-Nein-Stimmen abgelehnt. Auch scheiterte die Initiative am Ständemehr.

Die Radio- und Fernsehgebühren werden nicht abgeschafft. Die No-Billag-Initiative ist am Volks- und am Ständemehr gescheitert. 71,6 Prozent der Schweizer Stimmberechtigten sagten Nein zur Vorlage. Kein einziger Kanton war dafür. Die Diskussion, welche die Initianten angestossen haben, wird trotzdem Folge haben.

SRG kündigt Sparmassnahmen und Verzicht auf Unterbrecherwerbung an

Für die SRG-Spitze ist das deutliche Nein zur No-Billag-Initiative nicht nur eine Bestätigung, sondern auch ein Neuanfang. Sie kündigte deshalb noch am Sonntag Reformpakete an: Diese beinhalten neben den Sparmassnahmen auch den Verzicht auf Werbung bei abendlichen Spielfilmen und auf Texte ohne Verbindung zu einem Audio oder Video auf den Info-Online-Seiten. Ausserdem will die SRG den privaten Schweizer Medienanbietern ihre Archivinhalte zur Verfügung stellen, wie das Unternehmen in einem Communiqué nach der Abstimmung am Sonntag mitteilte. Sie wolle weiter auch keine regionale zielgruppenspezifische Werbung anbieten, auch wenn das dereinst regulatorisch möglich würde.

100 Millionen Franken Sparmassnahmen

Insgesamt kündigte die SRG wegen der Gebührensenkung und der Plafonierung der Einnahmen und der sinkenden Werbeerlöse Sparmassnahmen in der Höhe von 100 Millionen Franken an. Sie werde bei der Infrastruktur, in der Verwaltung, in der Technik, bei den Immobilien, den Produktionsprozessen und in der Distribution sparen und effizienter werden. Die SRG erklärte weiter, sie werde 50 Prozent der Gebühreneinnahmen für Information aufwenden. Und sie werde das Engagement bei der einheimischen Kulturproduktion, insbesondere beim Film und den Serien - noch weiter fördern. Zusätzlich setze sie in Zukunft auf die Verbesserung des digitalen Angebots. Dazu wolle sie eine mehrsprachige Plattform bauen, die es erlaube, dem Publikum möglichst alle SRG-Produktionen aus allen Sprachregionen mit entsprechender Übersetzung zugänglich zu machen.

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