Barbara Bär verpasst Wahl zur Frau Landammann

Es gibt einen zweiten Wahlgang

Die Urner FDP-Regierungsrätin Barbara Bär.

Bei der Urner Landammannwahl kommt es zu einem zweiten Wahlgang: Niemand hat am Sonntag das absolute Mehr erreicht. FDP-Regierungsrätin Barbara Bär, die gemäss Turnus an der Reihe wäre, liegt 18 Stimmen hinter ihrem Herausforderer und Parteikollegen Roger Nager zurück.

Roger Nager erhielt 3746 Stimmen, Barbara Bär 3728. Auf Vereinzelte entfielen 526 Stimmen. Das absolute Mehr lag bei 4001 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrugt knapp 38 Prozent. Somit kommt es am 22. April zu einem zweiten Wahlgang.

Diskussionen im Vorfeld

Die Urner Landammannwahl hatte bereits im Vorfeld ungewohnte Diskussionen ausgelöst. In Uri ist es Brauch, dass der scheidende Landammann von dessen Stellvertreter, dem Landesstatthalter, beerbt wird. Das war zumindest in den letzten 20 Jahren so. Als Nachfolgerin des amtierenden Landammanns Beat Jörg (CVP) wäre gemäss Turnus Frau Landesstatthalter Bär an der Reihe. Sie musste allerdings zittern, denn die Oppositionspartei SVP hatte an ihrer Stelle Baudirektor Roger Nager (FDP) vorgeschlagen. Auch die CVP diskutierte diese Lösung, entschied sich dann aber knapp zugunsten Bärs. Die SVP kritisierte unter anderem, dass Bär zu wenig auf die Anliegen der Gemeinden eingehe. Als Beispiele führte sie die Einführung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) auf oder den Eklat rund um die geplante Asylunterkunft in Seelisberg. Bär schaffte vor 2012 Jahren den Sprung in die Regierung als wilde FDP-Kandidatin - allerdings erst im zweiten Wahlgang. Anders als in den meisten Kantonen wählt im Kanton Uri nicht das Parlament den Landammann sondern das Volk. Und zwar alle zwei Jahre.

Unbestrittene Wahl des Landesstatthalters

Unbestritten war die Kandidatur von CVP-Regierungsrat Urban Camenzind als neuer Landesstatthalter. Er wurde mit 5989 Stimmen gewählt. Hier lag das absolute Mehr bei 3486.

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