"Gotthard-Raser" kommt davon

Solange er nicht einreist, droht ihm keine Haftstrafe.

Gotthardtunnel (Symbolbild)

 

Der 2017 im Kanton Tessin verurteilte deutsche "Gotthard-Raser" muss nicht in Deutschland ins Gefängnis. Wie ein Sprecher des Stuttgarter Landgerichts am Mittwoch sagte, ist die Vollstreckung der Freiheitsstrafe in Deutschland nach Ansicht des Gerichts unzulässig.

Grund sei, dass die im Urteil des Tessiner Gerichts festgestellte Tat - ein Tempoverstoss - in Deutschland nicht als Straftat, sondern lediglich als Ordnungswidrigkeit mit Geldbusse zu ahnden wäre, für die man nicht ins Gefängnis müsse. Solange der Mann nicht in die Schweiz ausreise, drohe ihm also keine Haftstrafe.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart, nach deren Willen der Raser ein Jahr Haft in Deutschland absitzen soll, habe am Mittwoch sofortige Beschwerde eingereicht, teilte der Sprecher weiter mit. Diese werde nun dem Oberlandesgericht Stuttgart zur Entscheidung vorgelegt.

Tempo 200 auf A2

Der Deutsche war im Sommer 2014 mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde über die Autobahn A2 gebrettert. Im Gotthard-Tunnel überholte er zehn Mal und setzte damit laut Anklage das Leben anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel. Erst vor dem Ceneri-Tunnel konnte der Raser von der Polizei gestoppt werden. Sein Sportwagen wurde konfisziert.

Quelle:sda

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