LU: Tanzverbot soll komplett verschwinden

SP und JUSO reichen Vorstoss ein

Solche Bilder gibt es am heutigen Karfreitag kaum zu sehen in Luzern. (Archivbild)

Wer etwa am heutigen Karfreitag in Luzern in den Ausgang will, der steht an vielen Orten vor verschlossenen Türen oder muss bereits um 00:30 Uhr wieder raus aus dem Club. Obwohl das Tanzverbot in Luzern vor neun Jahren abgeschafft wurde, dürfen die Lokale ihre Öffnungszeiten an hohen Feiertagen nicht verlängern. Die SP und JUSO wollen diesen Paragraphen nun kippen.

Es ist ein Ärgernis für die Luzerner Club- und Bar-Besitzer. An hohen Feiertagen wie Karfreitag, Ostersonntag und Weihnachten müssen sie um 00:30 Uhr schliessen. Ansonsten drohen ihnen hohe Bussen. Dies, obwohl das Tanzverbot im Kanton Luzern vor neun Jahren abgeschafft wurde. Allerdings blieb damals ein Paragraph im Gesetz bestehen, welcher eine Verlängerung der Öffnungszeiten an solchen hohen Feiertagen unmöglich macht.

Die SP und JUSO wollen dieses Gesetz nun kippen. Dazu haben sie im Luzerner Kantonsparlament einen Vorstoss eingereicht und sammeln Unterschriften für eine entsprechende Petition.

Besucher haben wenig Verständnis

Die Regelung mit den Öffnungszeiten ist den Besuchern der Lokale oft unbekannt. Die wenigen Clubs, die an diesen Feiertagen überhaupt geöffnet sind, kennen das Problem, sagt Marco Liembd, Geschäftsführer der Schüür in Luzern. Es sei immer sehr mühsam. Viele Besucherinnen und Besucher würden dann noch lange diskutieren und sich kaum aus dem Lokal bringen lassen. Deshalb laufe man regelmässig Gefahr, eine Busse zu bekommen.

Finanziell sei das aktuelle Gesetz weniger ein Problem. In den Budgets der Lokale sei miteingerechnet, dass man an den entsprechenden Tagen früher schliessen müsse. Ein zusätzlicher Zustupf durch längere Öffnungszeiten wäre aber wünschenswert, so Liembd weiter. Der SP und JUSO geht es neben dem finanziellen Aspekt auch darum, dass die Bevölkerung nicht mehr bevormundet werden solle durch den Staat. Ohne dieses Gesetz würde es jedem selber offen stehen, ob er an solchen Tagen feiern gehen will, und den Lokalen ist es selbst überlassen, ob sie offen haben wollen oder nicht.

Audiofiles

  1. SP und JUSO wollen Tanzverbot endgültig kippen. Audio: Yanik Probst

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