Geschäftsleitung von Postauto AG freigestellt

Die notwendige Vertrauensbasis fehlt

Postauto Sachseln-Flueli-Ranft

Die Geschäftsleitung der Postauto AG wird im Zuge des Buchungsskandals per sofort freigestellt. Dies gab die Post am Montag, 11. Juni, bekannt. Am Tag zuvor hatte bereits Post-Chefin Susanne Ruoff ihren Rücktritt bekannt gemacht.

Ein langfristiger Wiederaufbau des Vertrauens sei nur mit einer neuen Geschäftsleitung möglich, sagte Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller an einer Medienkonferenz. Die Zusammenarbeit mit Personen mit besonderer Verantwortung, also Leute, die am System der Umbuchungen direkt beteiligt waren, werde beendet. Auch bei Personen, die aufgrund ihrer besonderen Verantwortung trotz zahlreicher Hinweise nicht eingeschritten seien, fehle die notwendige Vertrauensbasis. Auch Schadenersatzzahlungen würden geprüft.

Vorläufig übernimmt Ulrich Hurni

Neuer interimistischer Leiter von PostAuto wird Ulrich Hurni, Leiter PostMail und Stellvertreter der zurückgetretenen Konzernchefin Ruoff. Schwaller äusserte sich erschüttert über die Geschehnisse, für die es keine Rechtfertigung gebe. Es sei ein inakzeptabler Vertrauensbruch eines Unternehmens, das zu 100 Prozent im Besitz des Bundes sei. Bund, Kantone, Geschäftspartner und Steuerzahlen seien hinters Licht geführt worden.

Schwaller kündigte auch an, dass das Personentransportgeschäft in Frankreich überprüft wird. Er zeigte sich überzeugt davon, dass sich PostAuto zurückziehen werde.

(Quelle: sda)

Kommentieren

comments powered by Disqus