LU: Hinterland sorgt sich um Gesundheitsversorgung

Grund dafür ist die stärkere Zusammenarbeit der Rettungsdienste

Die Bevölkerung und Politiker aus dem Luzerner Hinterland sorgen sich um ihre medizinische Versorgung. Grund dafür ist die stärkere Zusammenarbeit zwischen den Zentralschweizer Rettungsdiensten.

Der Zusammenschluss der Zentralschweizer Rettungsdienste löst Versorgungsängste aus. Wie die Luzerner Zeitung berichtet, befürchten 26 Kantonsräte und die ländliche Bevölkerung, dass die Notversorgung auf dem Land künftig nicht mehr gleich gut gewährleistet ist wie heute. Da abwechslungsweise ein Ambulanzfahrzeug der Spitäler Wolhusen und Sursee für einen neuen Stützpunkt in Emmenbrücke ausgeliehen wird, sei eine rasche Notfallversorgung in Gefahr, so die Angst der Politiker. Daher haben sie bei der Luzerner Regierung eine parlamentarische Anfrage eingereicht, um mehr über die Zusammenarbeit und ihre Konsequenzen zu erfahren. 

Luzerner Kantonsspital beruhigt

Das Luzerner Kantonsspital hat zwar Verständnis, dass die Nachricht über die Zusammenarbeit der Rettungsdienste auch Unsicherheiten auslösen kann. Die Versorgung werde sich aber auf dem Land nicht verschlechtern, sagt das Unternehmen gegenüber Radio Pilatus und Tele1. Eine Simulationsanalyse habe gezeigt, dass es zu keiner Verschlechterung der Versorgungslage auf dem Land kommt. Mit der Zusammenarbeit soll die Versorgungssituation mit den bestehenden Mitteln weiter optimiert werden. 

Längere Anfahrtswege auf dem Land

Klar ist: Die Einsätze in ländlichen Gegenden wie im Luzerner Hinterland dauern schon allein aufgrund der Topografie länger als in der Stadt oder Agglomeration. Dieser Umstand sei zwingend mit zu berücksichtigen, so das Luzerner Kantonsspital. Aktuell braucht der Rettungsdienst ab Wolhusen in zwei von fünf Notfällen mehr als 15 Minuten. Deutlich besser sieht es in Luzern und Sursee aus. Dort wird die Hilfsfrist von 15 Minuten in 90 bzw. 80 Prozent der Notfälle erreicht.

Audiofiles

  1. Medizinische Versorgung in Gefahr?. Audio: Fabian Kreienbühl

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