Experte vermutet Strömungsabriss bei Tante Ju

Seit Samstag wird über die Ursache des Flugzeugabsturzes gerätselt

Der Absturz einer Tante JU im Bündnerland ist einer der grössten Flugunfälle in der Schweizer Geschichte. Zwanzig Menschenleben hat das Unglück gefordert. Seit Samstag steht die Frage im Raum: Was ist passiert?

Bilder zeigen, dass das historische Flugzeug der Ju-Air wahrscheinlich fast senkrecht in den Boden geflogen ist. Gerade wegen dieser Bilder hat der Aviatik-Experte Max Ungricht eine Theorie, was passiert sein könnte: «Ich vermute, dass das Flugzeug nach einem Strömungsabriss ins Strudeln geraten ist. Auch die Position der Flügel deuten darauf hin.» Die Flügel seien etwa in einem 75-Grad-Winkel auf dem Boden aufgeprallt.

Sicht eines Piloten

Max Ungricht ist auch selbst Pilot. Trotzdem kann er sich nur schwer vorstellen, was in den Piloten der Ju-Air in diesem Moment vorgegangen ist: «Während ein Pilot in so einer Situation vielleicht nicht mehr handlungsfähig ist, versucht ein Anderer alles zu tun, um das Flugzeug oben zu halten.» Herauszufinden, was in den Sekunden und Minuten vor dem Absturz wirklich passiert ist, dürfte schwierig werden.

Komplexe Untersuchungen

Weil die Tante Ju ein altes Flugzeug ist, gibt es keine Blackbox. Diese würde sonst Aufschluss darüber geben, wie es zum Absturz gekommen ist. Nun müssen sich die Ermittler auf andere Informationen stützen. Max Ungricht sagt: «Zeugenaussagen werden eine wichtige Rolle spielen. Wobei auch diese nicht zu hundert Prozent verlässlich sind, weil es verschiedene Wahrnehmungen gibt.» Weiter würden die Ermittler jedoch auch die Wrackteile genauestens untersuchen. Gerade weil die Ermittlungen sich schwierig gestalten, dürfte es einige Zeit dauern, bis mehr Klarheit über den Fall herrscht.

Audiofiles

  1. Beitrag Tante Ju Nachzug. Audio: Caroline Dettling
Die Untersuchung des Unfalls dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen.

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