Multiresistente Keime im Vormarsch

Studie zeigt, dass mit mehr Infektionen zu rechnen ist

Multiresistente Bakterien in der Schweiz auf dem Vormarsch (Symbolbild).

Antibiotikaresistente Viren sind in Schweizer Spitälern auf dem Vormarsch. Ein erstes Mal sind diese Keime zu Beginn dieses Jahres im Berner Inselspital aufgetreten. Mittlerweile sind sie auch darüber hinaus, etwa im Wallis, bekannt.

Enterokokken werden sie genannt – die Bakterien, die gegen das sogenannte Vancomycin und andere Antibiotika resistent sind. Deshalb sind sie im Fachjargon auch als Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) bekannt.

Die blosse Besiedelung mit diesem Bakterium an sich stellt kein Problem dar. Man verspürt dann kaum Symptome. Deshalb besteht die Gefahr, dass während einem Krankenhausaufenthalt oder Besuch dieses Bakterium unbemerkt weiterverbreitet wird. Zu einer Infektion mit VRE kann es erst kommen, wenn die Bakterien in eine Wunde oder darüber hinaus in den Körper gelangen.

Verstärkte Hygienemassnahmen

Es ist also möglich, dass sich die Bakterien auf anderen Personen (Patienten, Personal, Besucher) übertragen. Eine solche Verbreitung im Spital soll durch Hygienemassnahmen verhindert werden. VRE-Trägerinnen und –Träger etwa müssen in einem Einzelzimmer isoliert werden. Und auch das Pflegepersonal muss verstärkte Hygienemassnahmen ergreifen, so etwa beim Verlassen des Zimmers den Kittel wechseln.

Im Spital soll zur Prävention konsequent auf die Hygienevorschriften geachtet, die Umgebung besser desinfiziert und die wichtigsten Akteure gezielt informiert werden.
VRE können vor allem bei bereits abwehrgeschwächten Menschen zu Infektionen führen. Diese kann sich dann bis hin zu einer Blutvergiftung entwickeln. Die Therapie ist aufgrund der mehrfachen Resistenz stark eingeschränkt. Und genau das macht VRE zu einem gefürchteten Problemkeim.

Erstmaliges Auftreten in der Schweiz

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) vermutet, dass die VRE von einem Heimkehrer, Repatriiertem (Rückkehr nach Krankheitsbehandlung im Ausland) oder auf andere Art «eingeschleppt» wurden. Sie sollen nämlich identisch mit einem Bakterienstamm sein, der in den letzten fünf Jahren Spitalinfektionen in Australien oder Neuseeland auslöste.

In der Schweiz wurden gemäss BAG über 150 Patientinnen und Patienten mit VRE identifiziert. 90 Prozent von ihnen wiesen das Bakterium auf, ohne Symptome zu zeigen. Angefangen hatte die Häufung anfangs dieses Jahres im Berner Inselspital. Mittlerweile kamen weitere Spitäler im Kanton Bern und darüber hinaus hinzu. Eine Studie von Swissnoso zeigt ausserdem, dass in der ganzen Schweiz mit mehr VRE-Infektionen zu rechnen ist.

Kommentieren

comments powered by Disqus