Luzern: Höhere Bildungsqualität dank Initiative?

Abstimmungssonntag vom 23. September

Bildung (Symbolbild)

Am 23. September ist Abstimmungssonntag. Die Stimmbevölkerung im Kanton Luzern entscheidet dabei auch über die Bildungsinitiative. Diese will, dass eine hohe Bildungsqualität im Kanton auch in Zukunft gewährleistet ist und kurzfristige Sparrunden vermieden werden.

Im Kanton Luzern wird seit Jahren gespart - darunter leidet auch die Bildung. Eine Initiative des Komitees «Luzerner Allianz für Lebensqualität» will den Kanton nun verpflichten, dass trotz den Sparmassnahmen die Bildungsqualität hoch bleibt. Im Kantonsparlament unterstützten die SP und die Grünen die Initiative "Für eine hohe Bildungsqualität im Kanton Luzern" mit den folgenden Argumenten:

  • Das heute noch gute Bildungsangebot des Kantons soll für die Zukunft gesichert und das Schulwesen vor weiteren kurzfristigen Sparrunden geschützt werden.
  • Die Anstellungsbedingungen der Luzerner Lehrerinnen und Lehrer sollen nicht weiter verschlechtert werden; die Attraktivität des Lehrberufs muss vielmehr erhöht werden.
  • Die Schulgelder auf der Sekundarstufe II sind abzuschaffen, weil sie die Chancengleichheit für Familien mit kleinem Budget vermindern.
  • Der Kanton ist bereits heute in vielen Bereichen des Schulwesens sehr restriktiv: 10. Schuljahr, Instrumentalunterricht, Stipendien sowie Beiträge an Hochschule und Universität. Es verträgt keinen weiteren Abbau.

Die grosse Mehrheit im Parlament, sprich die CVP, SVP FDP und GLP lehnen die Initiative aus folgenden Gründen ab:

  • Das Bildungsangebot im Kanton Luzern ist bereits heute breit und hochstehend. Mit den geltenden gesetzlichen Regelungen ist gewährleistet, dass Veränderungen nur mit breiter politischer und gesellschaftlicher Zustimmung vorgenommen werden können. Die Initiative ist deshalb unnötig.
  • Bei den Rahmenbedingungen für die Lehrerinnen und Lehrer, wie den Klassengrössen, den Unterrichtswochen, der Unterrichtsverpflichtung und den Löhnen, befindet sich der Kanton Luzern in der Deutschschweiz im guten Mittelfeld.
  • Die Schulgelder an den Luzerner Mittelschulen und Gymnasien sind gerechtfertigt und angemessen.
  • Die Volksschule ist in den Gemeinden verankert: Die Schulkreise sind klein und die Schulwege kurz.
  • Es müssen auch in der Bildung, wo die Ausgaben stark wachsen, Kostensenkungen durch Reorganisationen möglich sein.
  • Gewachsene Strukturen und Formen des Bildungsangebotes sollen an Entwicklungen angepasst werden können und dürfen nicht für alle Zeiten in der Verfassung fixiert werden. 

Auch die Regierung ist der Meinung, dass es die Initiative nicht dringend braucht. Insgesamt seien die meisten Forderungen der Initianten bereits zum heutigen Zeitpunkt in angemessener Weise erfüllt. 

Audiofiles

  1. Initiative für eine höhere Bildungsqualität im Kanton Luzern. Audio: Carmen Zettel

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