Fusion Kantonsspital Luzern und Nidwalden

Das Luzerner Kantonsspital will Nidwalden zur Tochtergesellschaft machen

Die beiden Kantonsspitäler Luzern und Nidwalden wollen künftig noch enger zusammenarbeiten. Das Luzerner Kantonsspital will deshalb das Kantonsspital Nidwalden ab 2020 übernehmen. Heute wurden entsprechende Verträge unterzeichnet.

Es ist zu Vergleichen mit einer Ehe – die Beziehung des Luzerner Kantonsspital mit dem Kantonsspital Nidwalden. Nach knapp zehnjähriger Zusammenarbeit wollen sie künftig noch enger zusammenarbeiten. Deshalb unterzeichneten beide Seiten heute in Stans eine Art «Ehevertrag», der das zukünftige Verhältnis der beiden Spitäler regelt.

In Wirtschafts-Sprache ausgedrückt wollen die beiden Spitäler fusionieren. Und für diese Fusion müssen beide Spitäler zuerst in Aktiengesellschaften umgewandelt werden. Danach soll das Luzerner Kantonsspital (Luks) 60% der Aktien des Kantonsspital Nidwalden (KSNW) kaufen.

Spital gehört weiterhin Nidwalden

Der am Mittwoch unterzeichnete Vertrag sieht vor, dass das Spital Stans weiterhin eine erweiterte Grundversorgung anbietet. Nidwalden hat Anrecht auf einen Sitz im Verwaltungsrat der Luzerner Kantonsspitals. Das Spitalgebäude in Stans bleibt im Besitz des Kantons Nidwalden.

Der Vertrag heisse aber nicht, dass das KSNW nicht mehr über sein Spital bestimmen könne. Man sei wie bei der Ehe gleichberechtigt, sagte KSNW Spitaldirektor Urs Baumberger.

2020 folgt Übernahme

Nidwalden erhofft sich vom engen Verbund mit Luzern, dass sein kleines Spital in Stans weiterhin bestehen kann und Zugang zu Spezialisten erhält. Luzern sieht die Vorteile des Zusammengehens bei günstigeren Anschaffungen, die Konzentration gewisser Leistungen an einem Standort oder höhere Fallzahlen, was vor allem für die hochspezialisierte Medizin wichtig ist.

Verheiratet ist man jetzt aber noch nicht. Bis 2020 sollte der politische Prozess abgeschlossen und beide Spitäler in Aktiengesellschaften umgewandelt sein.

Audiofiles

  1. Hochzeit der beiden Spitäler Luzern und Nidwalden. Audio: Sämi Deubelbeiss

Kommentieren

comments powered by Disqus