Behörden stellen immer mehr Waffenscheine aus

2017 waren es 50 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren

Symbolbild

Fast jeder, der in der Schweiz eine Waffe will, bekommt sie auch. Dies zeigt ein Bericht des Tagesanzeigers. Gleichzeitig ist auch die Nachfrage nach Waffenscheinen deutlich gestiegen.

Ob für Pistole oder Sturmgewehr: In der Schweiz werden immer mehr Waffenscheine ausgestellt. Wie der Tagesanzeiger berichtet, waren es im vergangenen Jahr rund 38tausend Scheine. 50 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Wie eine Umfrage der Zeitung ergab, werden Scheine nur äusserst selten verwehrt. In den meisten Kantonen liegt die Ablehnungsquote im tiefen einstelligen Prozentbereich. Ein Waffenschein erlaubt den Erwerb von bis zu drei Waffen. Heute gibt die Mehrheit der Antragsteller gemäss dem Tagesanzeiger die Erwerbsgründe Sport, Jagen und Sammeln an. Ob dies tatsächlich zutrifft, ist jedoch unklar. Denn dies muss nicht belegt werden.

Zahlen sind politisch brisant

Die Zahlen sind politisch brisant. Denn das Parlament hatte im Herbst auf Druck der EU eine Verschärfung des Waffenrechts beschlossen. Schützenorganisationen sammeln derzeit aber Unterschriften für das Referendum. Mit dem verschärften Gesetz würden viele halbautomatische Waffen zur Kategorie der "verbotenen" Waffen zählen. Das bedeutet, dass für sie ein Waffenerwerbsschein künftig nicht mehr ausreichen würde. Heute können halbautomatische Waffen wie beispielsweise das Sturmgewehr 95 einfach über einen normalen Waffenerwerbsschein erworben werden.

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