ZG: Bronzezeit-Grube und Mammutzahn entdeckt

Beim Kiesabbau im Chamer Äbnetwald stiess man auf archäologische Funde

Die bronzezeitliche Grube mit der steinigen Einfüllschicht, aus der die geheimnisvollen Funde stammen. Nach Abtrag der Grubenverfüllung zeigte sich zum Schluss ein treppenartiger Abgang aus grossen Geröllsteinen. Fundensemble: links der «Rillenstein», Mitte hinten die Steinstele, Mitte vorne das «Mondhorn», rechts eines der Keramikgefässe. Der mindestens 30 000 Jahre alte Mammutbackenzahn wurde in 20 Metern Tiefe im eiszeitlichen Kiesschotter entdeckt. Er misst 20 Zentimeter.

Bei archäologischen Grabungen beim Kiesabbauwerk im Chamer Äbnetwald stiess man auf eine geheimnisvolle Grube aus der Bronzezeit. Auch ein Mammutbackenzahn aus der letzten Eiszeit wurde gefunden.

Der grossflächige Kiesabbau im Äbnetwald in der Gemeinde Cham wird auch von der Zuger Archäologie begleitet. Bereits in den letzten Jahren konnte man daher umfangreiche Funde aus sechs Jahrtausenden sicherstellen. Anlässlich der jüngsten Grabungen konnte man nun eine Grube aus der Bronzezeit (3000 bis 1200 v. Chr.) freilegen.

Sie ist rund fünf Meter lang und dreieinhalb Meter breit. Es lässt sich rekonstruieren, dass die Grube sicher eine Zeit lang mit Wasser gefüllt war. In diesem künstlich geschaffenen Wasserbecken sollen später verschiedene Objekte deponiert worden sein, die auf eine rituelle Verwendung hinweisen.

30'000 Jahre alter Mammutzahn

Weitere Fundobjekte sind etwa eine 40 Zentimeter Steinstele (ähnlich wie ein Hinkelstein) aus Sandstein. Dass es sich hier nicht um ein Zufallsprodukt von Mutter Natur handelt, zeigt eine Gravur im unteren Bereich. Solche auch als Menhir Statuen bekannte Steine seien im mediterranen und alpinen Raum häufig, in der Schweiz aber sehr selten. Wie die Abteilung für Ur- und frühgeschichtliche Archäologie Zug in einer Mitteilung schreibt, dürfte der Fund in Cham schweizweit ein Unikat sein.

Weiter wurden auch noch ein Mondstein und ein Rillenstein gefunden, wie auch Einzelteile von Keramikgefässen, die sich fast vollständig zusammensetzten liessen. Anhand der Form und Verzierung sollen sich diese auf die Spätbronzezeit um 900 bis 800 v. Chr. zurückdatieren lassen.

Das aber wohl spektakulärste Fundstück ist der Backenzahn eines Mammuts. Dieser wurde in rund 20 Metern Tiefe im eiszeitlichen Kiesschotter entdeckt. Der Zahn misst rund 20 Zentimeter und soll mindestens 30'000 Jahre alt sein. Er gehörte einem Mammut, das vor der letzten grossen Eiszeit die Gemeinde Cham durchstreifte.

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