Neudefinition der Lawinengefahr

Praxisänderung, weil die Gefahrenstufen unterschätzt wurden

Das Institut für Schnee und Lawinenforschung hat die Praxis der Lawinen-Gefahrenskala geändert. Grund dafür ist, dass die Menschen die Gefahrenstufen 2 "mässig" und 3 "erheblich" oft zu wenig kritisch eingeschätzt haben. In diesen beiden Lawinen-Gefahrenstufen gab es die meisten Todesopfer. Deshalb wird jetzt häufiger die Gefahrenstufe "gross" verwendet.

In der Schweiz hat das Institut für Schnee und Lawinenforschung (SLF) die Lawinenwarnungen grundsätzlich verschärft. Wie die "NZZ am Sonntag" schreibt, wurden die Lawinengrössen umdefiniert: Wo bisher Niedergänge, die typischerweise von Skifahrern ausgelöst werden, als kleine Lawinen bezeichnet wurden, spricht man neu von mittleren Lawinen, dafür werden ehemals mittlere Lawinen neu als grosse bezeichnet. Daneben ist es bei den Gefahrenstufen im Lawinenbulletin zu einer Praxisänderung gekommen.

Gefahrenstufe "gross" wird häufiger verwendet

Thomas Stucki, Leiter Lawinenwarndienst beim SLF: "Seit letztem Winter verwenden wir die Gefahrenstufe "gross" häufiger." Die Stufe bedeutet, dass Lawinen sehr leicht niedergehen können, auch ohne menschliches Zutun. Neu beurteilt das SLF demnach auch Situationen, die bisher als "erheblich" galten, als "gross". Diese Änderung wird laut dem Bericht damit erklärt, dass die Menschen die Stufe "erheblich" zu wenig ernst nehmen, weil sie oft ausgerufen wird.

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