15'000 Franken für Jubla

Jungwacht und Blauring Schweiz bekommen Preis für ihre Kirchenarbeit

Passen Kirche und Jugend noch zusammen? Während die einen dynamisch und unternehmungslustig sind, wirken die anderen verstaubt, verlieren Mitglieder und ernten Kritik. Kirche und Jugend bzw. Freiheit in der Kirche, das geht, meint die Herbert Haag Stiftung. Sie zeichnet Jungwacht und Blauring mit ihrem Preis aus – weil sie innerhalb der Kirche emanzipierend wirken und der jungen Generation Raum für die freie Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben schaffen.

Über 250 Menschen von jung bis alt tummelten sich am Sonntagnachmittag vor dem Hotel Schweizerhof. Gesang und Tanz begrüssten die Menge. Die Jubla St. Paul Luzern stand mit Feuerschale und gegrillten Marshmallows auf dem Vorplatz. Im Saal fand die offizielle Feier statt. Delegierte der 15 Kantonalverbände und Mitglieder des nationalen Vorstands nahmen den Herbert Haag Preis 2019 im Namen von Jungwacht Blauring entgegen. Der Preis ist mit 15‘000 Franken dotiert. Die Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche zeichnet mit ihrem Preis Verbände aus, die in diesem offenen Gelände Brücken bauen, Seile spannen und Wege mit Geländern absichern, alles mit dem Ziel, die freie Entfaltung der jungen Menschen zu fördern. Es sind Zehntausende, die im Jugendverband Jungwacht Blauring Schweiz (Jubla) organisiert sind. 

Forderung nach einer offenen, toleranten Kirche

Silvio Foscan, Co-Präsident Jungwacht Blauring Schweiz, zeigte in seiner Dankesrede auf, dass die Jubla innerhalb der Kirche mutig und selbstbewusst ihr eigenes Profil wahrt. «In der Jubla findet Kirche dort statt, wo sich das Leben abspielt: Am Lagerfeuer, auf der Spielwiese, beim Mittagessen, an einer Party oder auch – aber nicht nur – im Kirchengebäude», so Foscan gegenüber Tele 1 und Radio Pilatus. Jungwacht und Blauring bieten Raum für die grossen Fragen des Lebens der jungen Generation. Dabei sei es wichtig, dass Spiritualität im offenen Austausch miteinander entdeckt und entfaltet wird: «In der Jubla wird Glauben nicht «gelehrt», es wird darüber gesprochen und danach gehandelt.» So wolle die Jubla Gesellschaft und Kirche denn auch aktiv nach ihren Werten mitgestalten. Die Forderung nach einer offenen, toleranten Kirche ohne Ausgrenzung sei dabei zentral. «Wir wollen eine zukunftsfähige, kinder- und jugendgerechte Kirche – eine, die der Welt und dem Zeitgeschehen positiv gegenübersteht und dort Kritik anbringt, wo Freiheit und Entfaltung beschnitten werden. Diese Kritik bezieht sich insbesondere auf den Skandal des sexuellen Missbrauchs in der Kirche: Zeichen und Worte reichen der Jugend nicht», so Foscan weiter.

Kirchliche Jugendbewegung verglichen mit Greta Thunberg

Dass Jungwacht und Blauring als Teil der katholischen Kirche diese mit der Stimme der Jugend aktiv vorantreibt, erfreut die Herbert Haag Stiftung. In seiner Eingangsrede verglich Stiftungsratsmitglied Erwin Koller die kirchlichen Jugendbewegungen mit Greta Thunberg und ihren mittlerweile zahlreichen Mitstreikenden. Die junge Generation fordere ein Umdenken und das sei gut so. Die Jugend habe ihre Wünsche für eine Kirche mit Zukunft klar formuliert. Nun gilt es, diese Wünsche konkret einzufordern und den Glauben im Alltag weiter zu leben.

Jungwacht und Blauring am Musizieren. Jubla nimmt Herbert Haag Preis entgegen. Jungwacht und Blauring musizieren am Feuer. Jungwacht und Blauring spielen Twister.

Kommentieren

comments powered by Disqus