«First Responder» nun auch in Luzern

Die sogenannten Ersthelfer sind ab Juli 2019 im Einsatz

Die "First Responder" leisten erste Hilfe bis der Rettungsdienst vor Ort ist.

Das System der Ersthelfer - also den sogenannten «First Respondern» - wird ab Juli 2019 auch in Luzern eingesetzt. Mit den ehrenamtlichen Ersthelfenden wird die kritische Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte überbrückt. Dadurch werden die Überlebenschancen der Betroffenen verbessert. Das System wird vom Luzerner Kantonsspital (LUKS) aufgebaut und vom Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern unterstützt.

Im Kanton Luzern sind jedes Jahr statistisch gesehen rund 400 Personen von einem Herz- Kreislauf-Stillstand betroffen. Bis die Rettungskräfte am Unfallort eintreffen, dauert es durchschnittlich 12 Minuten. Die Zeit dazwischen sollen «First Responder», also Ersthelfende, überbrücken. Das System wird schon in mehreren Schweizer Kantonen eingesetzt, wie zum Beispiel in Bern oder im Tessin. Nun soll es ab Juli 2019 auch im Kanton Luzern solche Ersthelfer geben.  

Was sind «First Responder»?

Bei den sogenannten «First Respondern» handelt es sich um ehrenamtliche Ersthelfende, die im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes von der Notrufzentrale 144 aufgeboten werden können. «First Responder» sind Laien, die über eine spezielle Ausbildung in Wiederbelebung (Basic Life Support, BLS) und der Anwendung von automatischen Defibrillatoren (AED) verfügen. Dank der frühzeitigen Hilfeleistung können die ersten, für das Überleben besonders kritischen Minuten bis zum Eintreffen professioneller Hilfskräfte, überbrückt werden. Sie leisten also einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung einer lückenlosen Rettungskette, sagt die Leiterin der Rettungsdienste im Kanton Luzern, Esther Schmid.

Die Alarmierung erfolgt über eine App

Erhält die Notrufzentrale 144 einen Notruf mit dem Einsatzstichwort «Herz-Kreislauf-Stillstand», werden zeitgleich der Rettungsdienst sowie die für die entsprechende Gemeinde hinterlegten «First Responder» alarmiert. Die Alarmierung der «First Responder» erfolgt über eine speziell dafür entwickelte App, welche in der Schweiz bereits in anderen Kantonen erfolgreich Anwendung findet. Verfügbare «First Responder» beantworten die Anfrage und willigen damit ein, ihren Standort zu orten. Darauf gestützt wählt die Alarmierungsplattform die zum Einsatzort nächstpositionierten «First Responder» aus. Diese erhalten den Einsatzauftrag mit den konkreten Einsatzdaten und begeben sich zum Einsatzort, wo sie die erste medizinische Versorgung leisten. Sie unterstützen dabei den Rettungsdienst, solange es nötig ist. Wünscht der «First Responder» eine Einsatznachbesprechung, so kontaktiert er den sogenannten «Regionen Master» des lokalen Rettungsdienstes. Letztere unterstützen die «First Responder», stellen den operativen Betrieb sicher, bilden die Schnittstelle zum Rettungsdienst und dienen damit der Qualitätssicherung. 

Verbesserung der Überlebenschancen

Derzeit liegt die Überlebenschance bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand in der Schweiz durchschnittlich bei fünf bis acht Prozent. Nationale und internationale Erfahrungen zeigen, dass durch ein gut funktionierendes «First Responder»-System diese Überlebenschance bis auf 50 Prozent und mehr erhöht werden kann – dies allein dadurch, dass mit der Wiederbelebung innerhalb von drei bis fünf Minuten begonnen wird und falls nötig eine Defibrillation durch Laienhelfende durchgeführt werden kann.

Audiofiles

  1. First Responder nun auch in Luzern. Audio: Flavio Desax / Carla Keller

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