Über 200 Tote bei Explosionen in Sri Lanka

In Luxushotels und Kirchen gab es insgesamt acht Explosionen

Bei einer verheerenden Anschlagsserie auf christliche Kirchen und Hotels sind am Ostersonntag in Sri Lanka nach Polizeiangaben mindestens 207 Menschen getötet worden. Unter den Opfern waren auch 32 Ausländer aus acht Staaten.

Am Vormittag erschütterten zunächst mehrere Explosionen binnen kurzer Zeit drei Luxushotels und drei Kirchen, in denen gerade der Ostergottesdienst gefeiert wurde. Am Nachmittag gingen die Anschläge weiter: Sie trafen zwei Vororte der Hauptstadt Colombo. Der stellvertretende Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene sprach von einem «terroristischen Vorfall» und machte «extremistische Gruppen» für die Bluttaten verantwortlich.

Die Verantwortlichen seien identifiziert. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Die Polizei sprach von mindestens drei Festnahmen, Wijewardene von sieben. Der Minister verhängte eine landesweite Ausgangssperre, die bis zum frühen Montagmorgen gelten sollte. Zudem sperrte die Regierung nach seinen Angaben vorübergehend den Zugang zu sozialen Medien. Die Schulen sollten die kommenden zwei Tage geschlossen bleiben, die Universitäten unbefristet. 

Zerstörerische Explosionen

Mindestens 64 Menschen wurden laut dem Polizeivertreter am Vormittag bei Detonationen in drei Luxushotels und der historischen St.-Antonius-Kirche in Colombo getötet. Dort wurde gerade die Ostermesse gefeiert. Mindestens 67 weitere starben in der St.-Sebastians-Kirche des nahe von Colombo gelegenen Orts Negombo. 25 weitere wurden in einer Kirche in Batticaloa im Osten des Landes getötet. Auch hier gingen die Sprengsätze während der Osterfeierlichkeiten hoch.

Am Nachmittag wurden dann mindestens zwei weitere Menschen bei einer siebten Explosion in einem Hotel in einem Vorort Colombos getötet. Eine achte Explosion ereignete sich kurz darauf in einem anderen Vorort: Dort riss ein Selbstmordattentäter nach Polizeiangaben drei Polizisten mit in den Tod.

Keine Schweizer Opfer

Bei den koordinierten Explosionen wurden ausserdem mehr als 500 Menschen verletzt, wie Sprecher von sieben örtlichen Spitälern der Nachrichtenagentur DPA sagten. Unter den Todesopfern sind nach Angaben der Tourismusbehörde 32 Ausländer aus acht Staaten. Dazu gehörten Bürger Indiens, der USA, Grossbritanniens, Portugals, Chinas, der Niederlande, Belgiens und der Türkei. Schweizer Bürger sind nach bisherigen Kenntnisstand nicht unter den Opfern, wie auch das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage mitteilte.

(Quelle:sda)

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