2045 hat die halbe Schweiz schon mal gekifft

Und auch die Zahl der regelmässigen Cannabiskonsumenten dürfte weiter steigen

In 30 Jahren hat fast die halbe Schweiz schon Mal gekifft (Symbolbild).

In rund 30 Jahren soll rund jede zweite Person in der Schweiz schon einmal gekifft haben. Dies zeigt eine Untersuchung der Universitäten Basel und Zürich. Wenn die Gesetze zum Cannabiskonsum bis dann unverändert bleiben, dürfte auch die Zahl der regelmässigen Kiffer weiter ansteigen. Als Grundlage für die Untersuchung wurde eine repräsentative Umfrage mit 56'000 Teilnehmenden verwendet.

Forschende der Universitäten Basel und Zürich haben untersucht, wie sich der Cannabiskonsum in der Schweiz in Zukunft entwickeln wird. Hintergrund der Studie ist die gegenwärtige Diskussion über eine gesetzliche Neuregelung zum Kiffen in der Schweiz. Von ihren Ergebnissen berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "International Journal of Drug Policy".

2045 hat rund jeder zweite schon mal gekifft

Die Hochrechnung ergab, dass im Jahr 2045 voraussichtlich 42 Prozent der Schweizer schon einmal gekifft haben. Voraussetzung ist, dass die Gesetzeslage zum Cannabisanbau, -handel und -konsum wie heute bestehen bleibt. 2015 lag der Anteil jener, welche schon einmal gekifft haben, noch bei 28 Prozent.

Mehr aktive Kiffer

Im gleichen Zeitraum dürfte laut der Studie der Anteil aktiver Konsumenten von 2,7 Prozent auf 3,4 Prozent ansteigen. "Angesichts der Bevölkerungsentwicklung nimmt die Zahl der aktiv Konsumierenden von circa 203'000 auf 314'000 Personen zu", erklärt Carlos Nordt von der Psychiatrische Universitätsklinik Zürich gemäss der Mitteilung.

Wachsender Schwarzmarkt

Die Forschenden gehen davon aus, dass immer mehr Personen Cannabis auf dem Schwarzmarkt kaufen werden. Der Gehalt an THC, der psychoaktiven Substanz in Cannabis, steige bei den schwarz gehandelten Drogen seit vielen Jahren, schreibt die Uni Zürich. Dementsprechend steige das Risiko für Gesundheitsschäden, beispielsweise Psychosen. Parallel zum vermehrten Cannabiskonsum könnten somit auch psychische Folgeerkrankungen zunehmen, befürchtet Nordt.

Neue Regulierungen nötig

Neue gesetzliche Regulierungen könnten Abhilfe schaffen, beispielsweise um den THC-Gehalt zu kontrollieren. Die Wissenschaftler rufen zu mehr Forschung zur Regulierung des Cannabiskonsums auf, um die besten präventiven Massnahmen gegen gesundheitliche Probleme zu erproben. Den Konsum dieser Droge weiterhin der unkontrollierten Entwicklung des Schwarzmarktes zu überlassen, könne keine Lösung sein, so Nordt.

Quelle: sda

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