Avril Lavigne: Head Above Water

Album der Woche

Mehr als zwei Jahre lang war Avril Lavigne schwer krank. Jetzt ist die 34-Jährige zurück mit ihrem neuem Album «Head Above Water» - unser Album der Woche.

Avril Lavigne ist auf die ganz harte Tour erwachsen geworden. «Eines Nachts habe ich geglaubt, ich sterbe. Und irgendwie hatte ich meinen Frieden mit dem Tod gemacht», sagt sie, mehr als drei Jahre nach dieser traumatischen Erfahrung. «Meine Mutter lag neben mir im Bett und hielt mich fest. Ich hatte das Gefühl, dass ich ertrinke.» Mit letzter Atemkraft habe sie zu Gott gebetet, dass er ihr helfen möge, ihren Kopf über Wasser zu halten. «In diesem Moment», so Lavigne, «begann mein Songwriting für das neue Album. Es war so, als wäre ich auf eine sprudelnde Quelle gestossen. Das war ein unerwarteter Moment der grossen Befreiung. Die Worte und Melodien sprudelten ab diesem Zeitpunkt unablässig durch mich durch.»

Abschied von der «Leck-mich-Attitüde»
Die neuen Lieder haben nicht mehr viel mit der alten Avril Lavigne gemeinsam. Mit der knapp 18-Jährigen, die 2002 mit ihrem Début «Let Go» sowie den Singles «Complicated» und «Sk8ter Boi» für Millionen vor allem weiblicher Teenager eine lebensnähere Identifikationsfigur abgab als etwa eine Britney Spears. Lavigne, im kanadischen Städtchen Napanee in Ontario geboren, früh gesangsverliebt und nach einem gemeinsamen Auftritt mit Shania Twain bald von Musikmogul LA Reid unter Vertrag genommen, punktete mit einer latent mürrischen, aber auch kecken Leck-mich-Attitüde. In ihren Songs rief sie zu Baby-Revolutionen auf, wie einfach mal durch den Gang zu skaten, die Botschaft war: Jungs sind cool, aber auch egal. Entscheidend ist: Spass haben.

«Hauptinstrument soll meine Stimme sein»
Im Mittelpunkt des Albums stehen Ermutigungs- und Selbstertüchtigungshymnen wie «Birdie» («You can’t chain me down no more»), «It Was In Me» oder «I Fell In Love With The Devil». Das ist Drama-Pop allererster Güte, im Stil von Christina Aguilera oder Anastacia. Um welche toxische Beziehung es in den diversen Liedern geht, will sie aber dann doch nicht verraten, um Chad Kroeger («Wir mögen uns noch immer») jedenfalls nicht. «Mir war wichtig, dass das Hauptinstrument auf diesem Album meine eigene Stimme ist», sagt Lavigne zu dem mit einer Vielzahl von Produzenten verwirklichten «Head Above Water». «Ich wollte nicht alles mit irgendwelchen Beats und Rhythmen zukleistern.» Die meisten Hitsongs seien ja heutzutage so aufgebaut, dass man die Stimme kaum noch wahrnehmen kann. Lavigne verabschiedet die Hörerinnen aus diesem Album mit einer Kampfansage, der trotzig-zuversichtlichen Piano-Powerballade «Warrior». Ernst, nordamerikanisch, aber auch wirkungsvoll. «Wir alle haben Herausforderungen zu bestehen. Ich selbst bin lebendig und stärker als je zuvor aus der Schlacht meines Lebens hervorgegangen. Und ich hoffe, dass dieses Album anderen Menschen Mut macht.»

HEAD ABOVE WATER ist unser Album der Woche. Mit etwas Glück hast du diese Woche täglich die Chance eine solche CD zu gewinnnen.

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