Spitzenleichtathletik in Luzern

Wanders mit starker Leistung - Kambundji mit WM-Limite über 200 m

Julien Wanders über 3000 m und Mujinga Kambundji über 200 m sorgten mit 3. Plätzen für die Highlights aus Schweizer Sicht bei Spitzenleichtathletik Luzern.

Auf der Strasse ist Wanders top, hält er den Weltrekord über 5 km sowie die Europarekorde im Halbmarathon und über 10 km. An die Spitze will der 23-jährige, in Kenia lebende Genfer auch auf der Bahn. Zwar fehlt ihm dafür noch einiges, er befindet sich aber auf einem guten Weg. In Luzern verbesserte er die persönliche Bestmarke über 3000 m um 6,73 Sekunden auf 7:43,62 Minuten. Die Zeit reichte zum 3. Rang, auf den äthiopischen Sieger Tadese Worku verlor er lediglich 38 Hundertstel. Zum Schweizer Rekord von Markus Ryffel aus dem Jahr 1979, dem ältesten bei den Männern, fehlten 2,57 Sekunden.

Mujinga Kambundji belegte ebenfalls den 3. Platz, allerdings nicht über 100, sondern über 200 m - der Sieg ging an Tynia Gaither von den Bahamas (22,69). Die 27-jährige Bernerin unterbot mit 22,90 Sekunden gleich bei erster Gelegenheit die WM-Limite über die halbe Bahnrunde (23,02). "Dass ich den ersten 200er so laufen konnte, darüber bin ich mega froh", sagte Kambundji. Das umso mehr, als sie über 100 m überhaupt nicht auf Touren gekommen war. Sie belegte im Vorlauf lediglich den 6. Platz und verpasste den Final deutlich. Zwar waren die Bedingungen mit einem Gegenwind von 1,2 m/s alles andere als optimal, das erklärt aber nicht die schwache Zeit von 11,53 Sekunden. Sie selber hatte keine Erklärung dafür: "Es ging einfach nicht."

Rippenschmerzen stoppen Wilson

Alex Wilson reiste mit dem Ziel nach Luzern, über 200 m zu gewinnen. Stattdessen schaute mit 20,98 Sekunden der 8. und letzte Platz heraus - der Basler lief auf den letzten Metern nicht mehr voll. Es machten ihm wie bereits in Lausanne Rippenschmerzen zu schaffen. Die Trainer hatten ihm gar von einem Start abgeraten. Den Vorlauf über 100 m hatte Wilson nicht beendet, da er glaubte, dass es einen Fehlstart gegeben hatte. 

Hussein fehlte hinten heraus die Kraft

Auch Kariem Hussein lief es in Luzern über 400 m Hürden nicht wie gewünscht, obwohl die Bedingungen sehr gut gewesen seien. Der Europameister von 2014, der die vergangene Saison Ende Juli wegen Schmerzen im Beckenbereich und Problemen im Oberschenkel abgebrochen hatte, belegte in 50,66 Sekunden den 5. Platz. Er kann die guten Trainingsleistungen noch nicht im Wettkampf umsetzen. "Ich hatte hinten heraus keine Kraft mehr", erklärte Hussein. "Bis zur dritten Hürde fühlte ich mich super, dann war ich wieder zu passiv. Technisch lief ich nicht schlecht. Aber es fehlt noch die Spritzigkeit, und die Stiffness ist nicht mehr da. Ich bin jedoch gesund. Insofern ist alles okay. Die Saison ist noch lang."

Sprint-Legende Asafa Powell erneut in Luzern

Asafa Powell ist mit seinen 37 Jahren ein alter Hase im Sprint-Geschäft. Doch an Rücktritt denke er noch lange nicht, wie er im Interview mit Tele1 sagt. Dafür fühle er sich viel zu gut. Ausserdem will hat er noch ein Ziel: "Ich will 100-mal unter 10 Sekunden laufen über die 100 Meter. Ich denke, dass schaffe ich, die Beine fühlen sich immer noch schnell an". Luzern ist für Powell ein ganz besonderes Pflaster. Hier hat er sein erstes Rennen ausserhalb seines Heimatlandes Jamika bestritten. Am Luzerner Meeting lief Powell die beste Zeit der Saison, nachdem er lange mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Und für nächstes Jahr sei Spitzenleichtathletik Luzern wieder fest in seinem Terminplan.

Audiofiles

  1. Vorschau auf Spitzenleichtathletik Luzern. Audio: Flavio Desax / Marco Zibung
  2. Spitzenleichtathletik Luzern: Mitten in den Stars. Audio: Maik Wisler / Selina Linder

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