Die Migros spioniert Kunden nach

Hochmoderne Kameras erkennen Haarfarbe, Körpergrösse und Geschlecht

Mit hochmodernen Kameras will die Migros Diebe erwischen.

Mit Hilfe von modernen Kameras will die Migros Diebe ausfindig machen. Die «Schweiz am Wochenende» berichtet, dass ein neues System in einer Zürcher Filiale getestet wird. Die Kunden werden dabei genauestens beobachtet.

Sobald die Kunden eine Migros-Filiale in Zürich betreten, werden sie auf Schritt und Tritt beobachtet. Über 70 hochmoderne Kameras sind in der unbekannten Filiale aufgestellt. Diese erkennen die Haarfarbe, Körpergrösse, Kleidung und das Geschlecht. All dies soll helfen herauszufinden, wie häufig, wo und wie lange ein verdächtiger Kunde in der Migros war.

Kritik vom Datenschützer

Problematisch: Die Kunden werden nicht explizit darauf hingewiesen, dass sie von den Kameras auf Schritt und Tritt beobachtet werden. Laut einem Migros-Sprecher verzichtet man darauf, «da die Analyse nur bei einzelnen Ereignissen und auf bereits gespeicherte Daten angewendet wird». Analysen von Liveaufnahmen seien nicht möglich.

Für den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten reicht die Erklärung nicht: «In so einem speziellen Fall, bei dem biometrische Daten abgeglichen werden und das Bewegungsprofil durch den ganzen Laden hindurch nachgezeichnet wird, muss den Kunden deutlich gemacht werden, dass sie mit mehr als einer herkömmlichen Überwachungskamera gefilmt werden», sagt ein Sprecher in der «Schweiz am Wochenende».

Nur so könnten die Kunden ihr Auskunftsrecht geltend machen und verlangen, dass die Aufnahmen gelöscht werden. Der Migros-Sprecher sagt, das Bildmaterial würde «regelmässig» und «automatisch» gelöscht, wobei unklar bleibt, was «regelmässig» heisst. Bei begründeten Verdachtsfällen müssten die Sequenzen manuell gespeichert werden.

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