Schatz aus der Römerzeit am Zugerberg gefunden

Archäologen finden zwölf Silbermünzen, die über 1700 Jahre alt sind

Die zwölf Münzen wurden in einem abgelegenen waldstück am Zugerberg gefunden.

Im Kanton Zug haben Archäologen einen römischen Münzschatz entdeckt und geborgen. Die zwölf Silbermünzen wurden zwischen 241 und 255 nach Christus geprägt.

Die über 1700 Jahre alten Geldstücke wurden bei systematischen Erkundungsgängen in einem abgelegenen Waldstück auf dem Zugerberg entdeckt, wie die Direktion des Innern am Mittwoch mitteilte. Die Münzen lagen nahe beieinander. Sie dürften somit gemeinsam in einem inzwischen verrotteten Behältnis im Wald versteckt worden sein.

Bei den zwölf Münzen handle es sich um Antoniniane, teilte die Direktion des Innern mit. Diese seien von Kaiser Caracalla 215 nach Christus als Zahlungsmittel eingeführt worden. Anfänglich hätten die Silbermünzen ein Sollgewicht von 5,1 Gramm gehabt.

Kaufkraft schwer zu bestimmen

Der Antoninian erlitt indes noch im dritten Jahrhundert eine drastische Entwertung. Gegen Ende des Jahrhunderts war er keine Silbermünze mehr, sondern nur noch eine kleine Kupfermünze, die praktisch kein Silber mehr enthielt.

Die Silbermünzen vom Zugerberg sind durchschnittlich 3,45 Gramm schwer. Wie gross ihre Kaufkraft war, ist nach Angaben der Direktion des Innern nur schwer zu bestimmen. Der Schatz stellte aber sicher keinen hohen Betrag dar erklärt Stefan Hochuli, Leiter Amt für Denkmalpflege und Archäologie.

«Der Fund ist für den Kanton Zug einzigartig und ein wichtiges Zeugnis für den lokalen römischen Geldumlauf in einer politisch unruhigen und wirtschaftlich unsicheren Zeit»

Auf den Münzen sind die Kaiser Gordian III., Volusian und Valerian I. sowie Kaiserin Otacilia Severa abgebildet. Die Kaiser haben eine Strahlenkrone, die Kaiserin ruht auf einer Mondsichel. Auf der Rückseite sind die Gottheiten Sol, Jupiter, Mars, Concordia und Victoria zu sehen.

(wan/sda)

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